ERIH JAHRESKONFERENZEN

Die ERIH-Konferenz findet seit dem Jahr 2005 alljährlich an wechselnden Orten der Industriekultur in ganz Europa statt. Die Konferenzen befassen sich jeweils mit einem aktuellen Thema des Industriekultur-Tourismus. Sie sind auch eine Plattform für Menschen aus verschiedenen europäischen Ländern und Regionen, um Erfahrungen und Fachwissen auszutauschen und sich gegenseitig kennen zu lernen. Zu den Vortragenden und Teilnehmenden gehören Experten und Expertinnen von Industriekulturstandorten und -organisationen, Museen, Tourismuseinrichtungen, Denkmalschutzbehörden, Entwicklungsagenturen, der Wissenschaft sowie am Thema Interessierte.


CALL FOR PAPERS: 18. ERIH KONFERENZ 2022 IN ESCH-SUR-ALZETTE (L) UND ONLINE

INDUSTRIEKUTUR INMITTEN DER NÄCHSTEN INDUSTRIELLEN REVOLUTION - NEUE HERAUSFORDERUNGEN AN DAS STORYTELLING
Kulturelles Erbe bedeutet nicht nur, unsere Vergangenheit zu bewahren - es bedeutet auch, unsere Zukunft zu gestalten

19. - 21. Oktober 2022
in Esch-sur-Alzette (L) und Online

Die ersten Schritte sind getan: Die Industriekultur verdankt ihre Existenz dem Strukturwandel der Industrie im letzten Drittel des 20. Jahrhunderts. Jahrhunderts. Verlassene Fabriken wurden in Kulturstätten umgewandelt, die die Erinnerung an das Leben und die Leistungen von Ingenieuren und Unternehmern, aber auch und vor allem von Arbeitern bewahren. Diese Stätten vermitteln das Erbe des industriellen Erbes, das - trotz seiner vielen Krisen - großen Teilen Europas eine Ära des Massenwohlstands ermöglichte.

Heute stehen die Industriegesellschaften vor einem weiteren Wandel, der ihre Grundlagen in Frage stellt. "Schutz, Vernetzung und Förderung des europäischen Industrieerbes in einer Welt im Wandel" lautet der Titel unseres neuen Programms Kreatives Europa 2022-24. Diese "Welt im Wandel" ist der Oberbegriff für Herausforderungen und neue Entwicklungen wie Klimawandel, Digitalisierung, Pandemie, Gleichstellung der Geschlechter, Inklusion und neue Werte - die Welt befindet sich im Wandel und das hat natürlich auch Auswirkungen auf das industrielle Erbe.

Dieser Wandel kann als die nächste "industrielle Revolution" betrachtet werden. Mit der Klimakrise ist es offensichtlich geworden, dass sich die Art und Weise, wie wir Dinge produzieren und nutzen, grundlegend ändern muss. Dieser Wandel zielt nicht nur auf eine neue Industrie ab. Er verändert auch die Art und Weise, wie wir auf das Industriezeitalter zurückblicken. Vor allem jüngere Menschen bewerten es viel kritischer, nicht nur im Hinblick auf seine ökologischen Folgen, sondern auch auf die Verflechtung des Industriezeitalters mit dem Kolonialismus.

Ohne ein Verständnis für diese Geschichte und die Hinterlassenschaften des industriellen Erbes wird die anstehende Transformation der Industriegesellschaft nicht gelingen. Wenn aber der rauchende Schornstein der Dampfmaschine zum Sinnbild der Klimakrise wird und der Bergmann im Kohlebergwerk nicht mehr als Held der Arbeit, sondern auch als Symbol eines "fossilen" Patriarchats gilt, wird das Bild des industriellen Erbes in Frage gestellt, ebenso wie die Art und Weise, wie wir mit der Öffentlichkeit kommunizieren.

Dies sind wichtige, berechtigte Einsichten. Sie zwingen uns, eine aktivere Rolle in diesem Wandel zu spielen, unsere eigene Tätigkeit zu überdenken und nachhaltiger zu gestalten. Und um die Menschen zu erreichen, müssen wir unsere Geschichten anders erzählen. Wir müssen auch kritische Themen ansprechen, die untrennbar mit der Industrie verbunden sind. Dies erfordert neue Wege des Geschichtenerzählens an den Schauplätzen des europäischen Industrieerbes.

Mit dem "European Green Deal" und dem "New European Bauhaus" hat die Europäische Kommission Rahmenkonzepte definiert, die wichtige Leitplanken für unser gemeinsames europäisches Wertesystem darstellen.

Einladung an Referentinnen und Referenten

Eingeladen sind Referenten aus den Bereichen Standort- und Infrastrukturmanagement, Marketing und Tourismus sowie Programmgestaltung und Bildung, sowohl aus der Praxis als auch aus dem akademischen oder ehrenamtlichen Bereich. Die Themen der Vorträge reichen von neuen Strategien des Geschichtenerzählens und Besucherprogrammen bis hin zu Kooperationsprojekten mit der "lebenden" Industrie oder Best-Practice-Beispielen, wie Industriekulturstätten für die sich wandelnde Welt und ihre neuen Anforderungen fit gemacht werden können. Wir ermutigen Referenten von außerhalb der Industriekultur, ihre Sichtweise auf die Industriekultur und die notwendigen Veränderungen mit uns zu teilen.

Fragen, die angesprochen werden sollen:

  • Wie können wir die Geschichte der Industrialisierung auf eine weniger rückwärtsgewandte und die Vergangenheit verherrlichende Weise erzählen? Was sind geeignete, nachhaltige neue Narrative (auch für die junge Generation) für die Industrialisierung und ihre Bedeutung für die Gegenwart und Zukunft?
  • Wie können wir unsere "alten Geschichten" mit aktuellen Herausforderungen wie Klimawandel, Migration, Geschlechtergleichstellung, Inklusion usw. in Verbindung bringen? Welche noch nicht erzählten Geschichten (und wessen Geschichten?) haben wir zu erzählen, z. B. solche, die sich mit kolonialen Aspekten oder Zwangsarbeit in unseren Stätten befassen?
  • Wie können Stätten des industriellen Erbes ihre Verantwortung als Akteure und Teil des europäischen Green Deal wahrnehmen?
  • Wie können Stätten des industriellen Erbes ihren Betrieb nachhaltiger gestalten? Wie können wir die Besuche unserer Gäste klimafreundlicher gestalten? Können und sollen wir mit dem Verbrauch fossiler Energien fortfahren, wenn wir bedenken, dass einige unserer beliebtesten Besucherattraktionen damit betrieben werden, wir aber auch riskieren, unsere Glaubwürdigkeit zu verlieren, wenn wir sie nutzen? Gibt es geeignete Ersatzstoffe?
  • Welche Geschichten können erzählt werden, damit die Industriekultur nicht als Teil des Problems, sondern als Teil der Lösung gesehen wird? Welches Wissen, das in den Stätten des industriellen Erbes verkörpert ist, ist wertvoll für eine erfolgreiche Transformation in eine postfossile Gesellschaft? Wie kann es stärker in unsere Bildungs- und Vermittlungsprogramme integriert werden?
  • Gibt es bereits gute Beispiele für die Zusammenarbeit mit der produzierenden Industrie, Forschungs- und Bildungseinrichtungen?
  • Welche Partner brauchen wir dafür und sind sie bereit, mitzuarbeiten?

Interessierte Personen sollten bis zum 23. Juni 2022 eine Kurzfassung ihres Vortrags in englischer Sprache (nicht mehr als 2.000 Zeichen) beim ERIH-Sekretariat einreichen.

Call for Papers mit weiteren Informationen 
 

EINLADUNG ZUR ERIH-KONFERENZ 2022 IN ESCH-SUR-ALZETTE. LUXEMBURG


RÜCKBLICK: 17. ERIH KONFERENZ 2021 IN GENT. BELGIEN UND ONLINE

RESILIENZ
Wie Industriekulturstätten die Herausforderung der Pandemie angenommen und die Krise überlebt haben

6. - 8. Oktober 2021
im ERIH-Ankerpunkt Industriemuseum Gent (Belgien) und ONLINE


Das Thema der Konferenz lautete "RESILIENZ - Wie Industriekulturstätten die Herausforderung der Pandemie angenommen und die Krise überlebt haben". Die Veranstaltung arbeitete heraus, wie Industriekulturstätten die Covid-19-Pandemie überlebt und welche interessanten und fantasievollen Ideen sie für den Betrieb in der post-pandemischen Welt entwickelt haben.

Resilienz ist definiert als "die Fähigkeit, sich schnell von Schwierigkeiten oder Notlagen zu erholen". Die Konferenz bot eine zeitgemäße Gelegenheit zum Erfahrungsaustausch darüber, wie sich Stätten und Attraktionen von den Auswirkungen von Covid und längeren Schließungszeiten erholen. Die Konferenz hat sich auch mit der Frage beschäftigt, wie man die weitergehenden und langfristigen Auswirkungen auf den Schutz und die Förderung unseres industriellen Erbes abmildern kann.

Konferenzprogramm
Vorträge der Konferenz
Fotogalerie von der Konferenz
Aufzeichnung der Konferenz auf unserem YouTube-Kanal
 


RÜCKBLICK: 16. ERIH KONFERENZ 2020 IN OBERHAUSEN. DEUTSCHLAND UND ONLINE

DAMIT DIE RÄDER WEITERLAUFEN
Das industrielle Erbe für den Generationenwechsel fit machen

Erstmals hybrid: 7./8. Oktober 2020 im LVR-Industriemuseum Zinkfabrik Altenberg. Oberhausen und ONLINE


Das industrielle Erbe besteht aus mehr als Gebäuden und Maschinen, den "greifbaren" Überbleibsel der Industrie. Industrielles Erbe umfasst auch das komplexe Wissen über den Betrieb und die Wartung von Maschinen, über zahlreiche Techniken und Fertigkeiten sowie über sektorspezifische soziale Routinen; kurz: das gesamte immaterielle Erbe. Aber dieses Wissen läuft Gefahr, im Laufe der Zeit verloren zu gehen. Heute sehen sich Kulturerbe-Organisationen zunehmend mit der Pensionierung ihrer Fachleute und Ehrenamtlichen der ersten Generation konfrontiert - Mitarbeiter, die das Leben der Industrien aus erster Hand kennen gelernt haben. Vor diesem Hintergrund sind wirksame Methoden für den Wissenstransfer und die Weitergabe von Wissen an neue Mitarbeiter und Ehrenamtliche, die sich in diesem Bereich engagieren, erforderlich.

Die meisten Kulturerbe-Institutionen stehen diesen Problemen auf mehr oder weniger ähnliche Weise gegenüber. In der Konferenz wurden daher Praxisbeispiele zur Bewahrung und Weitergabe des Wissens der Mitarbeiter der ersten Generation aus unterschiedlichen Ländern vorgestellt. Sie war zudem eine Plattform für den Austausch und die kritische Debatte von Erfahrungen auf dem Gebiet des Wissenstransfers und der Nachfolgeplanung. 

Konferenzprogramm
Vorträge der Konferenz
Fotogalerie von der Konferenz
 


RÜCKBLICK: 15. ERIH KONFERENZ 2019 IN BERLIN. DEUTSCHLAND

INDUSTRIEKULTUR-TOURISMUS - DIE MISCHUNG MACHT'S
Erfolgreiches Industriekultur-Marketing durch die Kombination mit anderen touristischen Angeboten

16. - 18. Oktober 2019
im ERIH-Ankerpunkt 'Deusches Technikmuseum'in Berlin


Tourismus ist eine der am stärksten wachsenden Branchen des 21. Jahrhunderts und Industriekulturtourismus entfernt sich langsam von seinem Nischenmarkt-Image und ist auf dem besten Weg als bedeutendes kulturelles Erbe wahrgenommen zu werden. Das sind an sich ja gute Nachrichten, aber es stellt sich die Frage, ob Industriekultur alleine als langfristige Besucherattraktion und als Anreiz für Wiederholungsbesuche ausreicht? Oder ob der langfristige Erfolg nicht eher in der Vernetzung mit anderen touristischen Angeboten liegt? "It´s all in  the Mix - Die Mischung macht´s".

Fast 90 Personen aus 19 Ländern hatten sich zu der Konferenz angemeldet. Die Vortragenden präsentierten verschiedene innovative und praxiserprobte Beispiele für die erfolgreiche Kombination von Industriekultur mit anderen Tourismusarten. In den Workshops wurde gemeinsam mit den Teilnehmer*innen über erfolgreiche Vermarktungsansätze diskutiert und der Austausch zwischen den Teilnehmer*innen gefördert. In diesem Jahr gab es auch erstmalig eine Posterausstellung für Projekte.

Wie in den Vorjahren fanden im Rahmen der ERIH Jahreskonferenz 2019 die ERIH Mitgliederversammlung (nur für ERIH Mitglieder), zwei Abendveranstaltungen sowie verschiedene Exkursionen vor und nach dem Konferenztag statt.

Unsere Gastgeber, das Berliner Zentrum Industriekultur (bzi) und der ERIH Ankerpunkt Deutsches Technikmuseum, hatten ein spannendes und interessantes Programm zusammengestellt, das Einblicke in die Berliner Industriegeschichte und –kultur gab.

Konferenzprogramm
Vorträge der Konferenz
Fotogalerie von der Konferenz 
 


RÜCKBLICK: 14. ERIH KONFERENZ 2018 IN BOLOGNA. ITALIEN

MIND THE GAP
The challenges for promoting industrial heritage in the 2020s

10. bis 12. Oktober 2018
im ERIH Ankerpunkt 'Museum der Industriekultur' in Bologna, Italien


Aus den eingegangenen Papieren haben wir Vorträge ausgewählt, die Best-Practice-Beispiele mit innovativen und hoffentlich erfolgreichen Ansätzen zeigen, um neue Zielgruppen anzusprechen als Reaktion auf gesellschaftliche Trends wie Digitalisierung, demographischer Wandel oder andere.

Gesamtprogramm der Tagung
Vortragsprogramm

Rückblick auf die Konferenz 

Vorträge der Konferenz