ERIH JAHRESKONFERENZEN

Die ERIH-Konferenz findet seit 2005 alljährlich an wechselnden Orten der Industriekultur in ganz Europa statt. Die Konferenzen widmen sich jeweils einem aktuellen Thema des Industriekulturtourismus. Sie sind auch eine Plattform für Menschen aus verschiedenen europäischen Ländern und Regionen, um Erfahrungen und Fachwissen auszutauschen und sich gegenseitig kennen zu lernen.
Vortragende und Teilnehmende sind Expertinnen und Experten von Industriekulturstandorten und -organisationen, Museen, Tourismuseinrichtungen, Denkmalschutzbehörden, Entwicklungsagenturen, der Wissenschaft sowie am Thema Interessierte.


20. ERIH KONFERENZ 2024: CALL FOR PAPERS

ÖKOLOGISCHE NACHHALTIGKEIT - VOM SCHLAGWORT ZUM HANDELN
Nachhaltigkeit oder nachhaltiges Handeln bedeutet, die Bedürfnisse der Gegenwart zu befriedigen, ohne die Möglichkeiten künftiger Generationen zu beschneiden oder einzuschränken.

23.-25. Oktober 2024 in Łódź, Polen

Der Klimawandel ist inzwischen die größte Bedrohung für unser kulturelles Erbe. Zahlreiche Konzepte und Rahmenvereinbarungen wie der European Green Deal oder auch Cultural Heritage Green Paper fordern CO2-Neutralität bis 2050 (2030 schon 50%). Auch auf nationaler Ebene gibt es Vorgaben, Richtwerte, Forderungen und Konzepte. Die 17 Nachhaltigkeitsziele der Vereinten Nationen sind Raster für viele Aktivitäten. Unzählige Arbeitsgruppen zum Thema „Nachhaltigkeit“ suchen Mitwirkende.

Nachhaltigkeit auf allen Ebenen wird als Querschnittsaufgabe gesehen und zunehmend von Gästen, Besuchenden und Mitarbeitenden als Grundvoraussetzung erwartet. Nachhaltigkeitslabel werden zukünftig Reisentscheidungen noch stärker beeinflussen. Angesichts dieser Herausforderungen ist es entscheidend, über bloße Rhetorik hinauszugehen und konkrete Strategien zu entwickeln, die zu echter ökologischer Nachhaltigkeit führen.

Als einer der größten Verursacher der Klimakrise, kommt der Industrialisierung eine schwierige Rolle zu. Aus heutiger Sicht überwiegen die negativen Effekte für Klima und Umwelt und lassen die Errungenschaften der Industriellen Revolution oftmals in den Hintergrund treten. Das stellt auch die Kommunikation und Vermittlung vor neue Herausforderungen und Aufgaben.

Was bedeutet das alles für die Standorte der Industriekultur? Wie werden die großen Rahmenkonzepte auf handhabbare lokale oder regionale Lösungen heruntergebrochen? Was können die Standorte mit ihrer, oft geringen, Personal- und Mittel Ausstattung leisten? Welche (baulichen) Möglichkeiten oder auch Hindernisse gibt es? Wie gelingt es, Besucher, Mitarbeiter und Partner bei den Veränderungsprozessen mitzunehmen? Welchen Beitrag können Orte der Industriekultur als hochwertige Bildungsorte für eine nachhaltige Entwicklung leisten? Welche Chancen und neuen Potentiale eröffnen sich, wenn wir Nachhaltigkeitsprozesse anstoßen und umsetzen? 

Dieser Frage wollen wir im Rahmen der ERIH Jahreskonferenz 2024 nachgehen. Wie kommen wir vom „Modewort“ zu konkreten Aktivitäten an den Standorten? Wie kommen wir vom Denken über das miteinander sprechen zum Handeln und vom Handeln zu neuen Gewohnheiten? Dafür suchen wir gute Beispiele, wie das Thema „ökologische Nachhaltigkeit“ an industriekulturellen Standorten oder in Regionen umgesetzt, aufbereitet und aufgegriffen wird. Dabei geht es um Energieverbrauch, bauliche Optimierung, Transport, Mobilität, Tourismus, Vermittlung, Besucherservice (wie Shop, Café) etc. etc.

EINLADUNG AN REFERENTINNEN und REFERENTEN
Wir freuen uns über Beiträge aus unterschiedlichen Bereichen ein, wie Verwaltung von Industriekultur und Infrastruktur, Regionalentwicklung und Tourismus, von Planern, Architekten, Bau- und Umweltunternehmen usw. zu tun haben.

ALLGEMEINE FRAGEN UND THEMEN, DIE ANGESPROCHEN WERDEN SOLLEN
Ihre Präsentation sollte praktische Ideen/Vorschläge zu den folgenden Fragen enthalten:

  • Wo in der Customer Journey spielt Nachhaltigkeit eine Rolle und welche Angebote wurden dafür entwickelt?
  • Welche guten Beispiele für bauliche und/oder energetische Nachhaltigkeit gibt es und wie werden diese in der Außendarstellung genutzt?
  • Welche Rolle spielt Nachhaltigkeit in der Vermittlung?
  • Welche Anpassungen und/oder Aktualisierungen wurden an Museumsgrafik vorgenommen, um die Beziehungen zwischen Industriekultur und Nachhaltigkeit zu verdeutlichen?
  • Welche Schwierigkeiten und Herausforderungen haben Sie?
  • Welche Chancen und Potenziale ergeben sich?
  • Welche Rolle spielt Nachhaltigkeit für Mitarbeiter, Gäste und Besucher?
  • Welchen Stellenwert haben regionale, nationale oder europäische Konzepte?
  • Was bringen Zertifizierungen und Label?
  • Sind Erfolge messbar, gibt es Evaluierungen?
  • Welche finanziellen und personellen Kapazitäten sind für die Entwicklung, Umsetzung und Verstetigung von Nachhaltigkeitsmaßmahmen und -strategien erforderlich?
  • Welche Aktivitäten braucht es auf ERIH Ebene, wie kann das Netzwerk unterstützen?

Neben Beiträgen für die Konferenz sind auch Vorschläge für Workshopformate am Nachmittag (1,5 h) herzlich willkommen zu folgenden Aspekten:

  • Bauen und Energie
  • Mobilität, Besucherlenkung und Serviceinfrastruktur
  • Dauer- oder Wechselausstellung zu Industrialisierung, Energie und Klimawandel
  • Kommunikation
  • Strategieentwicklung und Verstetigung
  • Events, MICE
  • Standortmanagement


EINREICHUNG VON VORTRÄGEN
Interessierte Personen sollten bis Donnerstag, den 20. Juni 2024, eine Zusammenfassung ihres Vortrags in englischer Sprache (nicht mehr als 2.000 Zeichen) an das ERIH-Sekretariat senden. Ein kurzer Lebenslauf und ein Hinweis auf einschlägige Erfahrungen sollten beigefügt werden.

Der vollständige 'Call for papers' mit ausführlichen Informationen für Vortragende


RÜCKBLICK AUF FRÜHERE ERIH-KONFERENZEN


19. ERIH-KONFERENZ 2023 BILBAO (E)

INDUSTRIEKULTUR ALS MOTOR FÜR EINE NACHHALTIGE, SOZIALE UND WIRTSCHAFTLICHE QUARTIERSENTWICKLUNG
Das neue europäische Bauhaus: Schön - Nachhaltig - Gemeinsam


18. ERIH-KONFERENZ 2022 ESCH-ALZETTE (L)

INDUSTRIEKULTUR INMITTEN DER NÄCHSTEN INDUSTRIELLEN REVOLUTION - NEUE HERAUSFORDERUNGEN AN DAS STORYTELLING
Kulturelles Erbe bedeutet nicht nur, unsere Vergangenheit zu bewahren - es bedeutet auch, unsere Zukunft zu gestalten

  • Konferenzprogramm

    Die ersten Schritte sind getan: Die Industriekultur verdankt ihre Existenz dem Strukturwandel der Industrie im letzten Drittel des 20. Jahrhunderts. Jahrhunderts. Verlassene Fabriken wurden in Kulturstätten umgewandelt, die die Erinnerung an das Leben und die Leistungen von Ingenieuren und Unternehmern, aber auch und vor allem von Arbeitern bewahren. Diese Stätten vermitteln das Erbe des industriellen Erbes, das - trotz seiner vielen Krisen - großen Teilen Europas eine Ära des Massenwohlstands ermöglichte.

    Heute stehen die Industriegesellschaften vor einem weiteren Wandel, der ihre Grundlagen in Frage stellt. "Schutz, Vernetzung und Förderung des europäischen Industrieerbes in einer Welt im Wandel" lautet der Titel unseres neuen Programms Kreatives Europa 2022-24. Diese "Welt im Wandel" ist der Oberbegriff für Herausforderungen und neue Entwicklungen wie Klimawandel, Digitalisierung, Pandemie, Gleichstellung der Geschlechter, Inklusion und neue Werte - die Welt befindet sich im Wandel und das hat natürlich auch Auswirkungen auf das industrielle Erbe.

    Dieser Wandel kann als die nächste "industrielle Revolution" betrachtet werden. Mit der Klimakrise ist es offensichtlich geworden, dass sich die Art und Weise, wie wir Dinge produzieren und nutzen, grundlegend ändern muss. Dieser Wandel zielt nicht nur auf eine neue Industrie ab. Er verändert auch die Art und Weise, wie wir auf das Industriezeitalter zurückblicken. Vor allem jüngere Menschen bewerten es viel kritischer, nicht nur im Hinblick auf seine ökologischen Folgen, sondern auch auf die Verflechtung des Industriezeitalters mit dem Kolonialismus.

    Ohne ein Verständnis für diese Geschichte und die Hinterlassenschaften des industriellen Erbes wird die anstehende Transformation der Industriegesellschaft nicht gelingen. Wenn aber der rauchende Schornstein der Dampfmaschine zum Sinnbild der Klimakrise wird und der Bergmann im Kohlebergwerk nicht mehr als Held der Arbeit, sondern auch als Symbol eines "fossilen" Patriarchats gilt, wird das Bild des industriellen Erbes in Frage gestellt, ebenso wie die Art und Weise, wie wir mit der Öffentlichkeit kommunizieren.

    Dies sind wichtige, berechtigte Einsichten. Sie zwingen uns, eine aktivere Rolle in diesem Wandel zu spielen, unsere eigene Tätigkeit zu überdenken und nachhaltiger zu gestalten. Und um die Menschen zu erreichen, müssen wir unsere Geschichten anders erzählen. Wir müssen auch kritische Themen ansprechen, die untrennbar mit der Industrie verbunden sind. Dies erfordert neue Wege des Geschichtenerzählens an den Schauplätzen des europäischen Industrieerbes.

    Konferenzprogramm

     

  • Fotogalerie von der Konferenz
    Fotogalerie von der Konferenz
  • Vorträge der Konferenz

17. ERIH-KONFERENZ 2021 GENT (B)

RESILIENZ
Wie Industriekulturstätten die Herausforderung der Pandemie angenommen und die Krise überlebt haben


16. ERIH-KONFERENZ 2020 OBERHAUSEN (D)

DAMIT DIE RÄDER WEITERLAUFEN
Das industrielle Erbe für den Generationenwechsel fit machen