William Thomas Mulvany (1806 – 85)

William Thomas Mulvany war ein irischer Landvermesser und Unternehmer, der seine Erfolge im Ruhrgebiet feierte und sich sehr um den Transfer britischer Bergbautechnik nach Deutschland verdient gemacht hat. Geboren wurde er in Dublin als Bruder von William Thomas Mulvany (1806-85), seines Zeichens Architekt verschiedener beachtenswerter Bahnhöfe und wahrscheinlich auch der Arbeitersiedlung in Portlaw aus den 1850er Jahren.

W. T. Mulvany absolvierte eine Ausbildung als technischer Zeichner und arbeitete seit 1826 für das irische Vermessungsamt. 1836 wurde er zum Mitarbeiter des Board of Works for Ireland (Behörde für staatliche Bauvorhaben) ernannt und war u. a. für Binnenwasserwege und die Fischereiindustrie zuständig. Nach der Großen Hungernot von 1846 organisierte er einige der Arbeitsbeschaffungsmaßnahmen, mit denen das Board of Works die Armut der Bevölkerung in den am schlimmsten betroffenen Gebieten zu lindern versuchte.

1855 siedelte er nach Deutschland über. Er kam im Auftrag einer irischen Investorengruppe, deren Interesse dem Steinkohlebergbau galt und die insbesondere die Zechen Hibernia in Gelsenkirchen und Shamrock in Herne erschloss. Mulvany setzte fachkundige britische Bergleute ein und tat mit großem Erfolg neue Märkte für die Ruhrgebiet-Kohle auf, indem er etwa die Transport- und Vertriebswege verbesserte. In Gelsenkirchen errichtete er Bergarbeiterhäuser, die sich z. T. durch gewölbte, mit geteertem Kattun gedeckte Dächer auszeichneten, wie sie für die Gewerbesiedlung der Baumwollspinner im irischen Portlaw charakteristisch waren. Der Entwurf dieser Häuser geht möglicherweise auf seinen Bruder zurück. Mulvany wurde von seiner ehemaligen Firma entlassen, kehrte aber später als Vorstandsvorsitzender in die Führungsetage der mittlerweile als Aktiengesellschaft betriebenen Zeche Shamrock zurück.

1866 gründete er die Preußische Bergwerks- und Hütten-Aktiengesellschaft (PBHAG), ein beachtliches Unternehmen, das die Zechenkomplexe Hansa und Zollern in einer Hand vereinigte und darüber hinaus die Grube Erin und die Eisenhütte Vulcan gründete. 1877 ging die PBHAG bankrott. Den ausgezeichneten Ruf, den Mulvany in Fabrikanten- und Regierungskreisen genoss, schmälerte das nicht.

Mulvany lebte von 1855 bis zu seinem Tod in Düsseldorf und ist dort auf dem Stadtfriedhof beerdigt.

 

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