Museum Industriekultur Wuppertal - Engels-Haus - Museum für Frühindustrialisierung

Heute wäre die Wupper zur Garnbleiche nicht zu gebrauchen – sie ist nicht sauber genug. Das war einmal anders. Doch dann wuchs an ihren Ufern einer der ältesten Industriebezirke Deutschlands empor. Die Zusammenhänge erklärt das Museum Industriekultur Wuppertal – Engels-Haus - Museum für Frühindustrialisierung. Hauptthema: wirtschaftliche, soziale und kulturelle Umwälzungen zwischen 1750 und 1850 im Wuppertaler Raum. Außerdem: Leben und Werk des gebürtigen Elberfelders Friedrich Engels. Beides ist eng miteinander verzahnt. Um das zu verstehen, muß man die Vorgeschichte kennen. Das Museum setzt sie auseinander. Zunächst kreist alles um die Wupper. Um 1400 entpuppt sich der Fluß als wirtschaftlicher Standortfaktor: Sein kalkarmes Wasser eignet sich ideal zum Bleichen von Garnen. Davon profitieren insbesondere die Nachbarstädte Barmen und Elberfeld: Sie werden zu Hochburgen des Textilgewerbes. Später faßt auch die Weiterverarbeitung der Garne – Färben, Weben, Flechten – im Wuppertal Fuß. Manufakturen und Heimwerkstätten entstehen, der Garnhandel blüht. Dann, gegen Ende des 18. Jahrhunderts, der Strukturwandel: Maschinen und Fabrikrarbeit, Hunger. Die Antwort: Aufstände, Revolten und – besonders nach der Revolution von 1848/1849 –christliche Initiativen zur Sozialfürsorge und die Politisierung der Arbeiterschaft. Dies ist der Schauplatz, der den Unternehmersohn Friedrich Engels zu einem der Anführer der sozialen Bewegung formt.

Das Museum Industriekultur Wuppertal ist räumlich zweigeteilt. Die Dokumentation über Friedrich Engels residiert seit 1970 im Wohnhaus seines Großvaters Johann Caspar Engels. Der erfolgreiche Textilfabrikant ließ das Gebäude 1775 im Stil des bergischen Spätbarock errichten und nach dem Geschmack des damaligen Großbürgertums ausstatten. Dahinter, in einer um 1880 erbauten ehemaligen Bandfabrik, öffnete 1983 die Präsentation zur Frühindustrialisierung ihre Tore. Original erhaltene oder nachgebaute Textil- und Dampfmaschinen, die teilweise noch in Betrieb zu sehen sind, entwerfen gemeinsam mit Modellen, Schautafeln und einer Vielzahl anderer Objekte ein anschauliches Bild vom Wuppertal als einem Laboratorium des beginnenden Industriezeitalters.

Museum Industriekultur Wuppertal - Engels-Haus - Museum für Frühindustrialisierung
Engelsstraße 10
42283 Wuppertal
NRW
Deutschland
+49 (0) 202 - 5634375
Homepage

Empfohlene Aufenthaltsdauer:1,5 Stunden
Eintritt:kostenpflichtig
Barrierefreier Zugang:vollständig
Angebote für Kinder:
Besucherzentrum beim Objekt:ja
Museumsshop:ja

Das Museum ist seit dem 1.06.2018 wegen Renovierungsarbeiten geschlossen und öffnet in 2020 nach Umbau und Neukonzeption wieder.

  • Führungen möglich
  • Führungen für Kinder