George Bradshaw (1801 – 53)

George Bradshaw, Kartograph, Drucker, Kupferstecher und Verleger, machte die Idee von Bahnreisen zur Erbauung und zum Vergnügen populär. Der Markenname, den er begründete, hatte mehr als ein Jahrhundert lang große Bedeutung und seine Veröffentlichungen sind von bleibendem Wert für die Erforschung der Eisenbahn- und Industriegeschichte.

Bradshaw kam in Pendleton bei Manchester zur Welt und lernte den Beruf des Druckers und Kupferstechers. Er arbeitete von 1822-24 in Belfast und ließ sich danach in Manchester nieder. 1830 publizierte er seine "Karte der Kanäle, Flüsse, Eisenbahnen etc. in den Grafschaften der englischen Midlands" im Maßstab 1:31.680, die er Thomas Telford (1757-1834) widmete. 1833 folgten Pläne zu den Höhen und Längen der Binnenwasserstraßen.

Bekannt wurde Bradshaw vor allem als Verleger von Informationen über Bahnverbindungen. Er war einer der britischen Autoren und Herausgeber, die versuchten, vom wachsenden Eisenbahnwesen zu profitieren. Zu seinen Rivalen zählten Samuel Sidney, George Mason, E.C. & W.Osborne und Edward Mogg. Was ihn gegenüber seinen Konkurrenten auszeichnete, war sein Instinkt dafür, dass Reisende praktische Informationen brauchten und welche ihnen nützlich sein könnten. Sein erster "Eisenbahn-Fahrplan und Assistent für Reisen mit der Eisenbahn" erschien am 19. Oktober 1839. Ab 1841 wurde monatlich sein "Eisenbahn-Reiseführer" publiziert (letztlich ein Kursbuch), der von anfangs 8 Seiten auf 45 Seiten (1845) und schließlich auf 946 Seiten (1898) anwuchs. Sein erster "Kontinentaler Eisenbahn-Reiseführer" kam im Juni 1847 heraus. In der Folge engagierte sich sein Unternehmen intensiv für die Förderung des internationalen Reisens. Er reiste auch selbst viel, um Informationen für seine Reiseführer zu sammeln und infizierte sich auf einer dieser Recherche-Reisen in Oslo mit der Cholera. Er starb dort 1853 und wurde auf einem Friedhof neben der Kathedrale beerdigt.

Die Veröffentlichungsrechte am Markennamen Bradshaw übernahm sein Londoner Agent William Jones Adams, etwa ab 1900 gefolgt von Henry Blacklock. In England blieben die Bradshaw-Kursbücher eine unverzichtbare Informationsquelle und die Publikationen für den Kontinent vervielfältigten sich. Die Firma brachte 1856 einen Reiseführer für Belgien heraus, einen "Streckenführer für Fußgänger durch die Schweiz, Chamonix und die Italienischen Seen" 1870 und dann Führer für Frankreich, Italien, Spanien, Portugal, das Rheinland, das Osmanische Reich und Indien. Die vier Teile von Bradshaws "Beschreibendem Eisenbahn-Handbuch für Großbritannien und Irland" erschienen 1863 - in jüngerer Zeit basierten populäre britische Fernsehprogramme darauf. Bradshaws "Kontinentaler Eisenbahn-Reiseführer" entwickelte sich zum Standard-Nachschlagewerk für internationale Bahnverbindungen. 1913, in der letzten Ausgabe vor dem Ersten Weltkrieg, umfasste er mehr als tausend Seiten. Während des Krieges erschien er nicht, tauchte in den zwanziger und dreißiger Jahren immer wieder einmal auf und kam letztmalig 1939 heraus. Die letzte Ausgabe des Eisenbahn-Kursbuchs für Großbritaninnen erschien 1961.

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