Ziegelei De Panoven

Über 100 Jahre hat sie auf dem Buckel, die betagte Aberson Formbackpresse. Zum alten Eisen gehört sie deshalb noch lange nicht: Auf Wunsch backt sie großen und kleinen Besuchern ihren ganz persönlichen Ziegelstein – als Andenken für zu Hause. Seit 1983 steht die gewerbliche Produktion in der Ziegelei De Panoven im äußersten Osten der Niederlande still. Mittlerweile ist aus dem ehemaligen Familienbetrieb ein vorbildlich erhaltenes Industriedenkmal geworden. Alles ist da und zu besichtigen: die sämtlich noch funktionstüchtigen Maschinen, die Schuppen zum Trocknen der Ziegel, Werkzeug, verschiedene Gebrauchsgegenstände und natürlich der große Zickzackofen aus dem Jahr 1924 – der letzte seiner Art in Westeuropa. Ein Museum gibt Auskunft über die Ziegelherstellung vor Ort mit Abstechern in die lange Geschichte des Handwerks von der Römerzeit bis heute. Naturerlebnisse versprechen die Lehmgruben der Umgebung: Wo früher der Ton für die Ziegel abgebaut wurde, hat sich heute ein einzigartiges Biotop gebildet. Eine Erkundung lohnt sich – im Pferdewagen, auf Schusters Rappen, auf Wunsch auch unter fachkundiger Begleitung eines Försters.

Geschichte

Zevenaar und Ziegel, das gehört seit jeher zusammen – dank der Lehmböden der Umgebung. Schon 1487, als der Ort seine Stadtrechte erhielt, gab es hier einen Ziegelofen. Fortan wurde das Ziegelgewerbe zum lokalen Markenzeichen. Seit 1583 deckte das nahegelegene Nijmegen seine Häuser vorwiegend mit Dachziegeln aus Zevenaar. Die steigende Nachfrage führte zur Ausbreitung des Handwerks über die Stadtgrenzen hinaus. Besonders im 19. Jahrhundert wuchsen im Umland mehr und mehr Ziegeleien aus dem Boden. Dabei nahm die Produktion zunehmend industrielle Züge an. De Panoven, 1860 gegründet, ist Teil dieser Tradition und bewahrt sie bis heute. Den Anfang machte, wie damals üblich, ein Schachtofen. Weitere Öfen folgten, die Anlagen wurden modernisiert, und 1901 lieferte De Panoven die ersten maschinell hergestellten Dach- und Mauerziegel. Knapp 20 Jahre später entstand der erste Trockenschuppen. Die letzte große Investition war der 1926 errichtete Zickzackofen. Er funktioniert im wesentlichen nach dem Prinzip eines Ringofens, dessen technische Leistung zum Zeitpunkt seiner Erfindung vor allem darin bestand, daß er ununterbrochen befeuert werden konnte und gleichzeitig Brennmaterial einsparte. Das Besondere speziell an diesem Zickzackofen: Er ist das einzige erhaltene und noch intakte Exemplar im westlichen Europa. Das liegt nicht zuletzt daran, daß sich De Panoven seit 1930 im Besitz derselben Familie befindet. Sie hat den Betrieb bis zu seiner Stillegung 1982 geführt und ihn anschließend mit viel persönlichem Engagement in ein Industriemuseum umgewandelt. Das umfaßt auch die Umgebung der Ziegelei, die den natürlichen Rohstoff für die Produktion lieferte. In den ehemaligen Lehmgruben hat sich im Laufe der Zeit eine ganz eigentümliche Tier- und Pflanzenwelt eingenistet, die heute Bestandteil des Naturgebiets De Gelderse Poort ist. Das Museum geht in seiner Ausstellung ausführlich darauf ein und bietet als zusätzlichen Service geführte Touren in das Biotop an.

Empfohlene Aufenthaltsdauer: 2 Stunden
Eintritt: kostenpflichtig
Barrierefreier Zugang: vollständig
Angebote für Kinder:
Gastronomie:
Besucherzentrum beim Objekt: ja
Museumsshop: ja

Museum:

Mittwoch bis Sonntag 10.00-17.00 Uhr

geschlossen am 1. Januar

  • Führungen möglich

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