Oosterschelde Sturmflutwehr - Wasserpark Neeltje Jans

Einmal in 80 oder in 4000 Jahren: Das ist ein Unterschied! Gemeint ist die Überschwemmungsgefahr im Bereich der Scheldemündung. 1953 hat dort eine verheerende Flutkatastrophe alles hinweggefegt. Jetzt sorgt ein hochmodernes und weltweit einzigartiges Sperrwerk dafür, dass in den nächsten 4000 Jahren Ruhe herrscht. Die technische Meisterleistung steht im Mittelpunkt des niederländischen WasserLand Neeltje Jans. Hier kann man den gigantischen Bau mit seinen beweglichen Stahltoren von innen erleben. Wer unter sich die Gezeiten durch das Wehr strömen sieht, braucht keine Sturmflut, um zu begreifen, mit was für einer Gewalt sich der Mensch hier angelegt hat. In Fotos, Modellen und audiovisuellen Präsentationen erleben die Besucher einen 2000 Jahre währenden Kampf gegen das Wasser. Filme malen ein erschütterndes Bild der Katastrophe von 1953 und zeigen Schritt für Schritt die Geschichte und den Bau des Sperrwerks. Dass Wasser auch Spaß machen kann, beweist ein Wasserspielplatz mit benachbarter Wasserrutschbahn. Außerdem locken verschiedene Meerwasseraquarien, die ganz nebenbei Appetit machen auf ein leckeres Muschelmenü im örtlichen Restaurant.

 

Dieses Bollwerk sucht seinesgleichen: Auf einer Länge von 6,8 Kilometern legt es sich wie ein Riegel vor den 40 Meter tiefen Mündungsarm der Oosterschelde. 65 riesige Betonpfeiler halten insgesamt 62 bewegliche Stahltore. Jeder Pfeiler ist 52 Meter hoch und wiegt 18.000 Tonnen, die Stahlwehre haben eine Stärke von fünf Metern. Um die Konstruktion zu verankern, wurde ein fünf Millionen Tonnen schweres Schotterbett auf dem Meeresboden ausgelegt. Sämtliche Arbeiten vor Ort erfolgten von Spezialschiffen, die eigens für diesen Zweck entwickelt und gebaut werden mussten. Auslöser für diese Herkulestat war der 1. Februar 1953: Nach 20 Stunden Nordweststurm und Wasserständen von 4,20 Meter über Normalpegel waren die Deiche der Provinz Zeeland im Süden der Niederlande auf breiter Front gebrochen. Beinahe 200.000 Hektar Land wurden überschwemmt. Unter dem Eindruck der Katastrophe verabschiedete das holländische Parlament 1958 ein Gesetz über das so genannte Deltaprojekt. Die schwierigste Aufgabe bestand in der Schließung der Oosterschelde. Sie wurde 1969 in Angriff genommen, und zwar zunächst durch Errichtung eines festen Damms, der bis 1973 auf einer Länge von fünf Kilometern fertig gestellt war. Umweltpolitische Bedenken führten 1977 zu einer Korrektur des Konzepts: Die neuen Pläne sahen ein System aus beweglichen Sperren vor, die unter normalen Umständen offen stehen und nur bei Sturm oder Sturmfluten geschlossen werden sollten. Noch nie hatte man eine solche Anlage gebaut. Für viele Probleme mussten neue technische Lösungen gefunden werden, und dem eigentlichen Baubeginn gingen zahlreiche Tests unter Laborbedingungen voraus. Wie groß der Aufwand war, zeigt die Tatsache, daß allein die Fundamentierung der Pfeiler volle drei Jahre erforderte. 1987 nahm das Oosterschelde-Sperrwerk offiziell den Betrieb auf. Das WasserLand Neeltje Jans entwirft ein spannendes Panorama des gigantischen Wehrs und erzählt von der uralten Auflehnung des Menschen gegen das Meer.

Oosterschelde Sturmflutwehr - Wasserpark Neeltje Jans
Faelweg 5
4354 RB Vrouwenpolder
Niederlande
+31 (0) 111 - 655655
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