Welterbe Zollverein

Auf Zollverein treffen sich Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft. Die Vergangenheit sind das Ruhr Museum, in dem die spannende Natur- und Kulturgeschichte des Ruhrgebietes erzählt wird und der "Denkmalpfad", auf dem Geschichte und Technik der Zeche wieder lebendig werden. Als einst größtes Steinkohlebergwerk Europas war Zollverein Arbeitsplatz und Lebensmittelpunkt für 5.000 Bergleute und ihre Familien. Förderbänder, Sieberei, Wipperhalle und Wagenumlauf erzählen vom wechselvollen Zusammenspiel zwischen Mensch und Technik. Die Gegenwart lebt von der behutsamen Umnutzung der obertägigen Gebäude, die Zollverein den Ruf als „schönste Zeche der Welt“ eingetragen haben. Schlichte Wände im Stil der Neuen Sachlichkeit bringen Konzerte, Tanz und Theater ebenso wirkungsvoll zur Geltung wie Kongresse, Konferenzen und Messen. Die Zukunft hat bereits begonnen – in der Entwicklung Zollvereins zu einem innovativen Treffpunkt für Design und Kultur. Das spiegeln Ausstellungen zur Gegenwartskunst in der benachbarten Kokerei oder die weltweit größte Leistungsschau zeitgenössischen Designs im umgebauten Kesselhaus der Zeche. Zollverein ist Hochindustrialisierung pur und symbolisiert zugleich das Ruhrgebiet als eine Region im Wandel. Seit 2001 führt das Industriedenkmal den Titel Welterbe.

Welterbe Zollverein
Besucherzentrum Zollverein Zeche Zollverein Schacht XII Gebäude A 14 / Kohlenwäsche
Gelsenkirchener Str. 181
45309 Essen
Deutschland
+49 (0) 201 - 246810
Homepage

Geschichte

Die Geschichte der Zeche und Kokerei Zollverein ist voller einsamer Rekorde. Ein erster Förderschacht entstand 1847, weitere drei Schachtanlagen folgten bis zur Jahrhundertwende. Bereits damals war die Zeche die Nummer eins im Ruhrgebiet. Ihren eigentlichen Ruhm begründete die 1932 fertiggestellte Zentralschachtanlage XII. Sie katapultierte Zollverein mit fast 12.000 Tonnen geförderter Steinkohle pro Tag an die Spitze aller europäischen Kohlebergwerke. Zudem war Schacht XII die erste Zeche, die vollständig als Stahlskelettbau errichtet wurde. Die würfelförmigen Gebäude mit Wänden aus Backstein und Stahlfachwerk sahen nicht nur gut aus, sie waren auch ungemein zweckmäßig. Kein Wunder, daß sie für die Industriearchitektur im Ruhrgebiet stilbildend wurden. In den Jahren 1957 bis 1961 erhielt Zollverein XII Zuwachs durch die Kokerei Zollverein. Die mußte schon bald von 192 auf 304 Öfen erweitert werden und war fortan die größte Industrieanlage ihrer Art weltweit. Doch der Niedergang der benachbarten Zeche brachte auch die örtliche Koksproduktion ins Trudeln. 1986 ist es soweit: Die erreichbaren Kohlevorräte sind größtenteils erschöpft, am Vorweihnachtstag fährt die letzte Schicht ein. Die Kokerei steht sieben Jahre später still. Etwa gleichzeitig beginnt die Metamorphose Zollvereins zum heute wohl bedeutendsten Baudenkmal der großtechnischen Kohlewirtschaft. Seine Aufnahme in die Liste des Weltkulturerbes ist dafür der beste Beweis. Längst ist das stilisierte Bild des markanten Doppelbock-Fördergerüstes über die Grenzen der Region und Deutschlands hinaus bekannt. Und längst ist aus dem ehemaligen Zechen- und Kokereigelände eine Fabrik der Zukunft geworden, in der sich lebendige Industriegeschichte mit einem wirtschaftsstarken Design- und Kulturzentrum paart. Denn nach vorne blicken hat im Revier Tradition. Und Zollverein ist wieder die Nummer eins.

Empfohlene Aufenthaltsdauer: 4 Stunden
Dauer einer geführten Tour: 120 Minuten
Eintritt: kostenpflichtig
Barrierefreier Zugang: bitte Hinweise auf Webseite beachten
Angebote für Kinder:
Gastronomie:
Besucherzentrum beim Objekt: ja
Museumsshop: ja

Das Gelände der Zeche und Kokerei ist jederzeit frei zugänglich.

Öffnungszeiten des Besucherzentrums mit dem "Portal der Industriekultur" sowie des Ruhr Museums (Gebäude A 14 / Kohlenwäsche):
täglich 10.00-18.00 Uhr

Öffnungszeiten der anderen Einrichtungen auf dem Gelände - siehe deren Webseite

  • Führungen möglich
  • Fremdsprachliche Führungen
  • Führungen für Kinder