Besucherbergwerk F60

Sie sieht aus wie der Eiffelturm, nur heißt sie F60 und liegt quer in der Lausitzer Landschaft bei Lichterfeld: die größte noch erhaltene Abraumförderbrücke, die je gebaut wurde. Heute ist sie Star des Besucherbergwerks F60. Das führt nicht in die Tiefe, sondern halbwegs in den Himmel. Denn der Namen gebende Stahlkoloss kann unter der erfahrenen Leitung von Besucherführern auf einem Rundweg erklommen werden. Höhepunkt: eine Aussichtskanzel 80 Meter über der Erde. Von dort schweift der Blick über eine Wüstenei, die bis 1992 der Braunkohletagebau Klettwitz-Nord war. Doch die Natur gewinnt wieder an Boden. Dafür sorgt ein Restloch, das nun geflutet wird: der Bergheider See. Sein stetig steigender Wasserspiegel soll schon bald Zentrum eines Erholungsgebiets sein. So entsteht aus der Kraterlandschaft allmählich eine neue Welt, die industrielle Vergangenheit und Naturerlebnis miteinander verbindet. Die Brücke in diese Zukunft schlägt die F60, deren gewaltige Stahlkonstruktion abendliche Licht- und Klanginstallationen effektvoll in Szene setzen. Wer das noch mit einer der beliebten Nachtführungen verbindet, glaubt sich auf ein startendes Raumschiff versetzt.

Geschichte

Die F60: ein zum Sterben verurteilter Dinosaurier der Technikgeschichte? 11.000 Tonnen Stahl, verteilt auf eine Länge von 502 Metern und dazu erschaffen, pro Stunde bis zu 29.000 Kubikmeter Abraum zu bewegen: alles Schrott? Dabei ging diese gigantische Maschine, deren Bau noch zu DDR-Zeiten begann, erst 1991 in Betrieb. Das Problem: Nach der Wende gab es keine Abnehmer mehr für die hochwertige Braunkohle. Das bedeutete auch das Aus für die F60 – nach nur 13 Dienstmonaten. Sprengen, zerlegen, entsorgen: So lautete daraufhin der Plan der zuständigen Bergbaugesellschaft. Doch dann kam alles ganz anders…

Die Vorgeschichte: Gut 150 Jahre sorgt die Braunkohle in der Lausitz für Lohn und Brot. Ihre großflächige Förderung verwandelt die Region vielerorts in eine Mondlandschaft. 1949 wird der Tagebau Klettwitz erschlossen. Neun Jahre später entwickeln DDR-Ingenieure so genannte Einheitsförderbrücken, deren wachsende Ausmaße im Typ F60 ihren Höhepunkt finden. Von den ehemals fünf Exemplaren wird eins alle anderen überleben: das Besucherbergwerk F60. Dass „der liegende Eiffelturm der Lausitz“ noch steht, geht auf das Konto einer Hand voll engagierter Menschen aus Lichterfeld und Umgebung. Ihnen gelingt es, das kolossale Industriedenkmal im Jahr 2000 zum Flaggschiff der neu eröffneten Internationalen Bauausstellung Fürst-Pückler-Land zu machen. Das Nutzungskonzept sieht außerdem vor, den ehemaligen Tagebau Klettwitz-Nord in eine naturnahe Erlebnislandschaft umzuwandeln. 2001 beginnt die Flutung des zukünftigen Bergheider Sees, im Mai 2002 erlebt das Besucherbergwerk F60 seine feierliche Einweihung. Für die nächsten Jahre geplant: schwimmende Ferienhäuser, ein Bootshafen, Badestrände und ein Hüttendorf. Dazu kommen schon jetzt jede Menge Sportereignisse, Rockkonzerte, musikalische Galas und Opernaufführungen. Immer mehr Besucher zieht der Stahlriese namens F60 an – als einzigartiges Zeugnis für ein vergangenes Industriezeitalter und als Wegweiser des tief greifenden Wandels einer ganzen Region.

Empfohlene Aufenthaltsdauer: 2 Stunden
Dauer einer geführten Tour: 90 Minuten
Eintritt: kostenpflichtig
Barrierefreier Zugang: bitte Hinweise auf Webseite beachten
Angebote für Kinder:
Gastronomie:
Besucherzentrum beim Objekt: ja
Museumsshop: ja

16. März bis 31. Oktober:

täglich 10.00-18.00 Uhr

1. November bis 15. März:

Mittwoch bis Sonntag 11.00-16.00 Uhr

 

Nachtlichtführung Freitag, Samstag

März, April, September, Oktober 19.00-20.00 Uhr

Mai bis August 19.00-22.00 Uhr

November bis Februar nach Voranmeldung

 

  • Führungen möglich
  • Fremdsprachliche Führungen
  • Führungen für Kinder