Die 'Schiffsschieber': Unterirdische Bergbaukanäle

Im ausgehenden 18. Jahrhundert kämpften die aufstrebenden Kohlereviere in Oberschlesien und England mit hohen Kosten für den Rohstofftransport und die Ableitung des Grubenwassers. Ihre Lösung: Sie nutzten Entwässerungsstollen als unterirdische Kanäle.

In Oberschlesien entwässerte der so genannte Hauptschlüssel-Erbstollen rund 20 Bergwerke, darunter die Königin-Louise-Mine in Zabrze als größte Zeche des Landes. Gleichzeitig erlaubte der Stollen den Kohletransport über den Kłodnicki-Kanal zur Gießerei Gliwice und zur Oder. Der Dudley-Kanal in England leitete das Grubenwasser der Tipton-Zeche ab und bildete zugleich eine Wasserstraße zwischen den lokalen Kalksteinminen und dem Kanalnetzwerk um Birmingham.

Heute führen beide Standorte bei unterirdischen Kahnfahrten vor, wie die Bootsleute einst tonnenschwere Lastkähne an den Tunnelwänden vorwärts stießen: in Zabrze mit den Händen, in Dudley rücklings auf dem Boot liegend mit den Beinen. 

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