Sir Cornelius Vermuyden (1595 – 1683)

Cornelius Vermuyden war einer der talentiertesten niederländischen Wasserbauingenieure und trägt wesentliche Verantwortung für den Technologietransfer von den Niederlanden in das Vereinigte Königreich.

Er wurde in Tholen in der Provinz Zeeland geboren und ging als junger Mann vorübergehend nach England, wo er sich an Deicharbeiten im Mündungsgebiet der Themse beteiligte. Auf Einladung des britischen Königs Charles I. kehrte er 1626 nach England zurück, um die Entwässerung von Hatfield Chase auf der Isle of Axholme, an der Grenze von Yorkshire zu Lincolnshire, zu beaufsichtigen. Allerdings wurde er durch die örtlichen Vorurteile gegen ausländische Arbeitskräfte daran gehindert, das Projekt zu Ende zu führen.

In den 1630er Jahren beschäftigte er sich mit Bleibergbau in der Region Wirksworth in Derbyshire sowie mit einem Entwurf zur Schiffbarmachung des durch die Grafschaft verlaufenden Flusslaufs des Derwent. Zwischen 1629 und 1637 arbeitete er an der Trockenlegung des Great Fen oder Bedford Level im Bereich der Cambridgeshire Fens (Cambridgeshire-Moore). Dabei oblag ihm die Anlage des Old Bedford River und des Forty Foot Drain. Beide Wasserwege sind bis heute entscheidende Bestandteile eines Drainagesystems, das die Erschließung ebenso ausgedehnter wie fruchtbarer Landstriche ermöglichte. Ein Großteil der Ingenieursarbeiten Vermuydens fiel den Zerstörungen des Bürgerkriegs in den 1640er Jahren zum Opfer. Allerdings kam er nach der Hinrichtung Charles’ I. wieder in die Cambridgeshire Fens zurück und leitete dort zwischen 1649 und 1652 die Aushebung des neuen Bedford River, wodurch rund 16.000 weitere Hektar Land entwässert wurden.

Seit 1653 diente er dem Lordprotektor Oliver Cromwell als Botschafter in den Niederlanden. In den späten 1650er Jahren entwarf er einen Entwässerungsplan für Sedgmoor in Somerset. Einige der Fachkräfte, die er mit nach England nahm, ließen sich in Kolonien in Sandtoft bei Hatfield Chase und in der Gegend von Thorney in den Cambridgeshire Fens nieder.

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