August Thyssen (1842 – 1926)

August Thyssen war einer der wichtigsten Unternehmer in der Eisen- und Stahlindustrie des Ruhrgebiets, dessen Einfluss sich auf ganz Europa erstreckte.

Geboren wurde er in der Bergwerksstatt Eschweiler bei Aachen. Sein Vater Friedrich Thyssen (1804-77) leitete dort ein Drahtwalzwerk und war außerdem als Bankier tätig. August Thyssen studierte in Aachen, Karlsruhe und Antwerpen und nahm dann eine Arbeit in der Bank seines Vaters auf.

Zusammen mit seinem Bruder gründete er 1867 eine Firma in Duisburg, die er jedoch nach vier Jahren verließ, um mit seinem Vater das Unternehmen Thyssen & Co. ins Leben zu rufen, das mit einem Drahtwalzwerk in der Nähe von Mülheim an der Ruhr begann. Von 1877 an, als sein jüngerer Bruder Joseph Thyssen (1844-1915) in die Werksleitung eintrat, war August Thyssen bestrebt, die Aktivitäten der Firma ins Ausland auszuweiten und überdies andere Betriebe im Ruhrgebiet aufzukaufen. Das Unternehmen erzeugte nun Rohre für Gasleitungen, produzierte Eisenblech und verfügte über ein Werk zur Feuerverzinkung.

1883 legte August Thyssen mit dem Kauf einer benachbarten Firma den Grundstein für die Maschinenfabrik Thyssen & Co, die zu einem der wichtigsten Maschinenbaukonzerne Europas heranwuchs und besonders in ihren frühen Jahren für ihre enormen Gasmotoren bekannt war. Thyssen erwarb Kohlebergwerke und Eisenerzminen, um seine Hochöfen zu beschicken, und verfolgte nach Ausbruch des Ersten Weltkriegs Geschäftsinteressen in den Niederlanden, in Großbritannien, Frankreich und Südamerika. Seit 1903 residierte er in Schloss Landsberg in Essen-Kettwig.

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