Sir Titus Salt (1803 – 1876)

Sir Titus Salt war einer der bedeutendsten Unternehmer im Großbritannien der viktorianischen Zeit und hinterließ als solcher ein dauerhaftes architektonisches Erbe. Er wurde in Morley in Yorkshire geboren. Sein Vater war Wollgroßhändler und verfolgte sein Geschäft in Bradford. 1820 begann Titus eine Lehre bei einem Wollhändler in Wakefield, nach deren Abschluss er von 1824 an zehn Jahre im Betrieb seines Vaters arbeitete.

In dieser Zeit erwarb er grundlegende Kenntnisse über die Qualität verschiedener Wollarten und legte damit den Grundstein zu seinem späteren Geschäftserfolg. 1834 gründete er sein eigenes Unternehmen. Er importierte Donskio-Wolle aus Osteuropa und entwickelte die Verarbeitung von Mischgeweben aus Kammgarn, indem er Alpaca- und Mohairwolle mit Baumwolle und Seide kombinierte. 1850 nannte er bereits fünf Fabriken sein Eigen und beschäftigte zusätzlich zahlreiche Heimwerker.

In den frühen 1850er Jahren spielte er angeblich mit dem Gedanken, in den Ruhestand zu gehen. Tatsächlich jedoch entschied er sich, nördlich von Bradford eine weitere Fabrik zu errichten, die er 1853 in Betrieb nahm und um eine der größten Werkssiedlungen Europas ergänzte. Die Entwürfe für die Fabrik stammten aus der Feder der Bradforder Architekten Lockwood & Mawson. Saltaire, die Werkssiedlung, zählte 1871 824 Häuser und beherbergte 4.300 Menschen. Salt war Kongregationalist und ließ in Saltaire eine schöne Kapelle für diese kalvinistische Glaubensgemeinschaft errichten. Er hatte in Yorkshire viele öffentliche Ämter inne, bleib aber, als er von 1859 an für zwei Jahre Mitglied des Parlaments war, weitgehend ohne Einfluss.

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