Ludwig August Riedinger (1809 – 79)

Ludwig August Riedinger erwarb sich Anerkennung als Ingenieur im Maschinenbau und spielte eine große Rolle für die Entwicklung der deutschen Textilindustrie, aber seine wichtigste Leistung liegt in seinem Beitrag zum Aufbau der Gasversorgungsnetze in vielen Städten. Außerdem gehörte er zu den Unternehmern, die Augsburg zu einem führenden deutschen Fabrikationszentrum machten.

Er war Sohn eines Schneiders, geboren in Schwaigern in Baden-Württemberg und wurde früh zur Waise. Er lernte Tischler und arbeitete als Geselle in Ludwigsburg bei Stuttgart. Danach ging er als Modelltischer zur Firma Gebrüder Hartmann, die eine Baumwollfabrik in Heidenheim an der Brenz nahe Ulm betrieben. 1839 zog er nach Augsburg um, wo er den Posten des Spinnmeister bei der Augsburger Mechanischen Baumwollspinnerei übernahm und von 1842-52 als technischer Direktor des Unternehmens fungierte. Bald erweiterte er den Rahmen seiner Aktivitäten und wurde Mitgründer von Textilfabriken quer durch Deutschland: so in Bamberg, Bayreuth, Esslingen, Köln und Worms.

In den 1850ern befasste er sich zunehmend mit der Gasversorgung und richtete 1857 in Augsburg eine Firma für die Produktion von Gas-Geräten ein, die 1892 mehr als tausend Mitarbeiter hatte. Er engagierte sich auch in den Gasversorgungsunternehmen von 25 bayerischen und 42 weiteren Städten in Deutschland, der Schweiz und Österreich-Ungarn. 

Sein Sohn August Riedinger (1845-1919) wurde in Augsburg geboren, studierte in Zürich und trat dem Familienunternehmen 1877 bei. Er hatte einen bedeutenden Anteil an der Entwicklung der Zeppeline und gründete 1897 in Augsburg eine Fabrik für Ballone, die der deutschen Armee bis 1918 4000 Ballone lieferte. Er war auch Mitglied des Komitees, das das Deutsche Museum München gründete.

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