Marie Nisser (1937 – 2011)

Die Kunsthistorikerin Marie Nisser war von Industriekultur fasziniert und hatte großen Einfluss auf deren Entwicklung nicht nur in Schweden, sondern in ganz Europa. Sie studierte Kunstgeschichte an der Universität Uppsala und unterhielt eine lebenslange Verbindung zu ihrem Institut. 1967 besuchte sie erstmals Großbritannien, wo sie an einer Tagung in der Stadt Bath zum Thema Industriearchäologie teilnahm. Aufgrund der dort geknüpften Kontakte wurde sie 1973 zur Delegierten beim „First International Congress on the Conservation of Industrial Monuments“ (FICCIM) in Ironbridge, England ernannt. Danach war sie größtenteils verantwortlich für die Veranstaltung der dritten Tagung dieser Organisation, die 1978 in Schweden stattfand. Sie war zwischen 1984 und 1990 deren Präsidentin und leistete dabei einen großen Beitrag zum Prozess, der zur Anerkennung TICCIHs durch UNESCO und ICOMOS führte.

Marie Nisser arbeitete zeitweise bei der Königlichen Technischen Hochschule in Stockholm und beteiligte sich an mehreren Initiativen, die das industrielle Erbe Schwedens erfassten, unter anderem Eisenhütten, Wasserkraft, Forstwirtschaft und Papiermühlen. 1976 verfasste sie Handbücher zur Eisenhütte in Engelsberg, die später zur UNESCO-Welterbestätte ernannt wurde, und zu den industriellen Bauten Norrköpings. Sie engagierte sich intensiv bei den Ausgrabungen an der Eisenhütte in Lapphytta.

1992 wurde sie zur Gründungsprofessur am neu geschaffenen Lehrstuhl für Industriekultur an der Universität Uppsala berufen, wo sie die Nordisch-Baltische Plattform für Industriekultur gründete, ein internationales Programm für Ausbildung und Forschung. Sie besuchte Tagungen zum Thema Industriekultur in fast jedem europäischen Land, wo sie reizvolle Vorträge hielt, fast alle mit reizvollen Großformatfolien einer Hasselblad-Kamera illustriert.

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