John Murray III (1808 – 92)

John Murray III. zählte zu den britischen Verlegern, die mit ihren Reiseführern Eisenbahn-Ferienreisen in fremde Ländern bekannt machten. Er war der Enkel von John Murray I. (1745-1793) aus Edinburgh, der 1768 in London einen Verlag eröffnet hatte, und der Sohn von John Murray II. (1768-1843), der Werke von Lord Byron (1788-1824) und Sir Walter Scott (1771-1832) verlegt und das Büro des Familienunternehmens in der Albemarle Street 50 im Zentrum Londons eingerichtet hatte, wo es lange blieb.

Der dritte John Murray trat in das Geschäft ein, nachdem er an der Universität Edinburgh studiert hatte und durch Deutschland gereist war, wo er in Weimar an einer Gedenkveranstaltung für Byron und Goethe (1749-1832) teilnahm. Er verlegte Goethe in englischer Übersetzung und später die Werke von Charles Darwin (1809-1882) und Herman Melville (1819-1891). Sein erster Reiseführer „Ein Handbuch für Reisende nach Holland, Belgien und an den Rhein“ erschien 1836. Darauf folgten Führer für Griechenland, die Türkei, Italien, Frankreich, Spanien, Ägypten und Russland. Ab den 1850ern publizierte er auch regionale Reiseführer für Großbritannien, so für London  und Cornwall. Im Jahr 1900 hatte seine Firma mehr als 400 Reiseführer herausgebracht. Sie wurden im 20. Jahrhundert als „Blaue Führer“ fortgeführt.

Murrays Resieführer aus dem 19. Jahrhundert sind vielleicht die gelehrtesten ihrer Art und enthalten auch viele Informationen über den Bergbau und die  Industrieproduktion der jeweiligen Gegend, was für die Erforschung der Industriegeschichte sehr wertvoll sein kann. Ein besonders gutes Beispiel dafür ist die 15. Ausgabe des „Handbuchs für Reisende auf dem Kontinent, ein Führer für Holland, Belgien, Preußen, Norddeutschland und den Rhein zwischen Holland und der Schweiz“ von 1863. 

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