John Haswell (1812 – 97)

John Haswell war einer von zahlreichen Schotten, die im 19. Jahrhundert groß angelegte Industrieprojekte auf dem europäischen Kontinent etablierten. Er wurde in Glasgow geboren, studierte an der dortigen Universität und arbeitete später für einen Schiffsbauer. 1837 reiste er nach Österreich, wo seine erste Aufgabe das Planen der Reparaturwerkstätten entlang der Eisenbahnstrecke von Wien nach Raaber war. Diese wurde zwischen 1840–1846 als private Unternehmung errichtet und später, als sie bis nach Budapest reichte, als „Ostbahn“ bekannt. Zwischen 1840 und 1882 leitete Haswell die Lokomotivfabrik der StEG, die im Jahr zuvor die ersten Dampflokomotiven im Habsburgerreich hergestellt hatte. 1855 wurde sie von der staatlichen Staats-Eisenbahn-Gesellschaft übernommen und Haswell beschäftigte sich damit, Lokomotiven unter anderem für die Semmeringbahn zu liefern. Haswell war für viele Innovationen im Lokomotivbereich verantwortlich. Im Jahre 1844 war FARAFELD die erste dreifach gekuppelte Lokomotive im kaiserlichen Österreich und im Jahre 1855 war die WIEN-RAAB die erste vierfach gekuppelte Lokomotive Österreichs. Dies setzte Maßstäbe für die Güterzuglokomotiven von Entwicklern in anderen Ländern. Haswell war maßgeblich an der Entwicklung von Dampfbremsen beteiligt und war einer der ersten Ingenieure, die Vierzylinderlokomotiven bauten. Seine hydraulische Schmiedepresse war ein bedeutender Schritt in der Geschichte des Maschinenbaus. Ein Beispiel hierfür steht im Technischen Museum Wien. Nachdem er 1882 zurückgetreten war, blieb er in Wien und wurde nach seinem Tod auf dem Döblinger Friedhof in Wien beerdigt.

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