Eusebi Güell (1846 – 1918)

Eusebi Güell war ein katalanischer Textilunternehmer, der als Mäzen des Architekten Antoni Gaudí (1852-1926) in die Geschichte einging. Nicht weniger Berühmtheit erlangte er als Bauherr einer Arbeitersiedlung in der Tradition britischer Vorläufer, wie sie etwa Robert Owen und Sir Titus Salt ins Leben gerufen hatten.

1890 verlegte Eusebi Güell seine Textilfarik von Sants – heute ein Viertel von Barcelona – auf seinen Grundbesitz Can Soler de la Torre im Norden der Stadt. Im Umkreis des Werks ließ er die Colonia Güell errichten, die seiner Belegschaft Unterkunft bot und in ihrer Anlage stark von Bournville beeinflusst war, der Arbeitersiedlung des Birminghamer Schokoladenfabrikanten George Cadbury. Teil dieser Colonia Güell war eine Kirche nach den Plänen von Antoni Gaudí, deren Bau 1899 begann. 1915 allerdings mussten die Bauarbeiten abgebrochen werden, da Güells Unternehmen in die roten Zahlen geraten war. Zu seinen Geschäften gehörte außerdem eine Beteiligung an jener Firma, die das spektakuläre Zementwerk von Castellar de n’Hug errichtete.

1900 begann Eusebi Güell mit der Konzeption eines 18 Hektar großen Wohnareals für gehobene Ansprüche auf dem Hügel von El Carmel im Gracia-Bezirk von Barcelona. Das Gelände lag etwa fünf Kilometer vom Meer entfernt in einem Park, dessen Entwürfe einmal mehr auf Antoni Gaudí zurückgingen. In wirtschaftlicher Hinsicht war das Projekt ein Misserfolg – es konnten überhaupt nur zwei Häuser fertig gestellt werden. Nach Güells Tod jedoch schenkte seine Familie den Park der Stadt Barcelona. Heute ist das Areal Teil des UNESCO-Weltkulturerbes, das alle architektonischen Hauptwerke Gaudís im Großraum Barcelona umfasst.

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