Alexandre Gustave Eiffel (1832 – 1923)

Der französische Bauingenieur Gustave Eiffel entwickelte ein international angewandtes Verfahren speziell für die Konstruktion großer Bauwerke aus Gusseisen und Stahl. Er kam in Dijon zur Welt. Seine Familie stammte aus Marmager in der Eifel und nannte sich deshalb nach dieser Region, obwohl der ererbte Familienname Bonickhausen lautete. Gustave studierte Chemie am Ecole Centrale des Arts et Manufactures in Paris, wurde jedoch später Eisenbahningenieur und entwarf die Bahnhöfe von Toulouse und Agen.

1864, mit 32 Jahren, gründete er eine unabhängige Beratungsfirma. Sein herausragendes Bauwerk zu jener Zeit war das 565 Meter lange Garabit-Viadukt nahe Ruynes en Margeride im Massif Central, dessen zentraler Bogen eine Distanz von 165 Metern überspannt. Im weiteren Verlauf seiner Karriere entwarf er den Viaduc de la Louleuvre in der Normandie. Die gusseiserne Brücke lag auf der 1893 eröffneten Strecke von Caen nach Saint-Lo, ruhte auf Granitpfeilern und maß 364,2 Meter in der Länge und 62,5 Meter in der Höhe. Als 1960 der Zugverkehr auf dieser Trasse endete, wurde die Eisenkonstruktion des Viadukts bis auf die fünf Granitpfeiler komplett abgetragen.

In Budapest war Eiffel 1874-77 verantwortlich für die Errichtung des 146 x 42 Meter großen Lokschuppens am Westbahnhof (Nyugati Palyaudvar), wenn auch die Ausführung der Details W. A. de Serres oblag, dem Architekten der Eisenbahngesellschaft. 1877 baute Eiffel gemeinsam mit der belgischen Firma Theophile Sevrig in Porto die 160 Meter lange Mia-Pia-Brücke über den Douro. Außerdem errichtete er 1876-77 eine Fußgängerbrücke über den Onyard in Giron in Katalanien und zwei weitere Fußgängerbrücken in Chaumont im 19. Stadtbezirk von Paris (1867) sowie in Bry-sur-Marne (1893-94).

Zu seinen berühmtesten und spektakulärsten Leistungen zählen die gusseiserne Fassung der Freiheitsstatue, deren Konstruktion er 1885 überwachte, und der nach ihm benannte Turm in Paris, 1887-89 erbaut aus Anlass des 100. Jubiläums der Französischen Revolution. Während dessen Errichtung geriet Eiffel in den Verdacht der Bestechung im Zusammenhang mit dem geplanten Panamakanal. 1893 wurden die Vorwürfe entkräftet. Bis zu seinem Tod bemühte sich Eiffel, für den Eiffelturm geeignete Nutzungskonzepte zu entwickeln.

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