Guido Henckel von Donnersmarck (1830 – 1916)

Guido Henckel von Donnersmarck war einer der reichsten Männer seiner Zeit und führte ab 1901 den Titel "Fürst". Er war berüchtigt für seine Playboy-Attüden, hatte aber erheblichen Einfluss auf die industrielle Entwicklung Deutschlands, insbesondere in Schlesien.

Er wurde in Wroclaw (damals Breslau in Preußen) in eine Familie geboren, die bereits Anteile an Unternehmen im Bergbau und in der Eisenverarbeitung hielt, und übernahm 1848 von seinem Vater die Leitung der Geschäfte. Seinen zweifelhaften Ruhm erwarb er sich, als er in den 1850er Jahren nach Paris zog, wo er offen mit der Kurtisane Pauline Lachmann (1819-1884) zusammenlebte, einer russischen Jüdin, Marquise von Pavia, die als "La Pavia" bekannt war. Er bekleidete einen Rang in der preußischen Armee und war im Deutsch-Französischen Krieg von 1870-71 militärischer Gouverneur von Metz. 1877 kehrte er nach Deutschland zurück, engagierte sich in der Politik des Kaiserreiches und wurde enger Vertrauter des Kanzlers Otto von Bismarck (1815-1898).

Donnersmarck besaß Anteile an Kohleminen und Eisenwerken in Schlesien, am Abbau und der Verarbeitung von Zink in Lipiny (damals Lipine) und an der Niederrheinhütte in Duisburg, förderte aber auch die Entwicklung neuer Industrien, indem er in Firmen investierte, die Holzschliff, Papier, Zellulose und Kunstseide herstellten.

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