Adolf Dassler (1900 – 78)

Die Welt der Freizeit, die Verbindung zu Sport-Stars und der Kult des Ruhms sowie ein gut etablierter Markenname sind charakteristisch für einige Industrien des 21. Jahrhunderts. Dafür stehen auch die Karrieren von Adolf und seinem Bruder Rudolf Dassler (1898-1974). Darüberhinaus belegen sie, dass sich noch im 20. Jahrhundert aus kleinen Anfängen an namenlosen Orten Weltkonzerne entwickeln konnten.

Adolf Dassler stammte aus Herzogenaurach, einem Ort von kaum mehr als 20.000 Einwohnern im östlichen Franken, 23 km nordwestlich von Nürnberg. Er erlernte den Beruf des Schumachers und als er nach seinem Militärdienst im Ersten Weltkrieg nach Herzogenaurach zurückkehrte, begann er, Sportschuhe zu machen – einige davon stattete der örtliche Schmied mit Spikes aus. 1924 stieg sein Bruder Rudolf als Partner in die Firma ein und sie nannten sich "Gebrüder Dassler Schuhfabrik". Internationale Aufmerksamkeit zogen sie 1936 auf sich, als sie die Laufschuhe für Jesse Owens (1913-1980) lieferten, den US-amerikanischen Athleten, der bei den Olympischen Spielen in Berlin vier Goldmedaillen gewann.

Beide Brüder traten der NSDAP bei und während Rudolf in der Wehrmacht diente, leitete Adolf das Familienunternehmen, das während des Krieges Soldatenstiefel produzierte. Sie trennten sich 1948, angeblich, weil Adolf während eines Bombenangriffs in den letzten Kriegsmonaten abwertende Bemerkungen über Rudolf machte. Adolfs Spitzname war "Adi", daher benannte er die Firma in "Adidas" um. Das Unternehmen, mit Sitz in Herzogenaurach, machte blendende Geschäfte mit der Produktion von Kleidung, Schuhen und anderen Dingen für viele Sportarten und Freizeit-Aktivitäten – wobei das Sponsoring von Berühmtheiten eine wichtige Rolle spielte. Bruder Rudolf baute währenddessen unter dem Namen "Puma" ein ähnliches Unternehmen auf, mit Büros und Fabriken auf der anderen Seite des Flüsschens Aurach.

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