Theodor von Cramer-Klett (1817 – 84)

Theodor von Cramer-Klett (geb. Theodor Cramer) wurde in Wien geboren und arbeitete dort zunächst im Seifenbetrieb seines Vaters. Später ging er in die Lehre beim Prager Handels- und Bankhaus Lämel, bevor er Frankreich und Italien bereiste. 1843 erwarb er die Verlagsbuchhandlung Bäumler und befasste sich bis 1849 mit dem Verlagswesen.

Er heiratete 1847 die Tochter von Johann Friedrich Klett (1778-1847), der am Spielwarenhandel in Nürnberg beteiligt gewesen war, und eröffnete dort 1838 eine Textilfabrik. Im gleichen Gebäude gründete er später zusammen mit James Ernest Earnshaw (1808-1870) und zwei weiteren Engländern ein Maschinenbauunternehmen. Sie produzierten Dampfmaschinen und Kessel und spezialisierten sich ab 1841 auf Eisenbahnausrüstung.

Klett verstarb kurz nachdem Cramer geheiratet hatte. Cramer übernahm die Maschinenfabrik und änderte seinen Namen in Cramer-Klett. Er ernannte seinen potentiellen Konkurrenten Johann Ludwig Werder (1808-1885) zum Technischen Direktor. Das Geschäft blühte und ging 1865 an die Börse, ab 1867 unter dem Namen Maschinenbau-Actiengesellschaft Nürnberg. Die Gesellschaft produzierte Eisenbahnwaggons, Gewehre und Brücken – unter anderem die Eisenbahnbrücke Mainz-Süd (1860-62) und die Großhesseloher Brücke auf der Strecke zwischen München und Holzkirchen, die 1857 eingeweiht wurde. Sie erbauten mehrere herausragende Eisen- und Glasbauten in Anlehnung an den Crystal Palace in London, zum Beispiel die Würzburger Bahnhofshalle (1856), die Münchner Schrannenhalle (1851–1852) und den Wintergarten der Residenz in München (1853). Er war auch aktiv am Bank- und Versicherungswesen beteiligt und ein enthusiastischer Befürworter des Nürnberger Gewerbemuseums, dessen Stiftung 1860 begründet wurde.

Nach seinem Tod verschmolz seine Firma 1898 mit der 1840 gegründeten Maschinenfabrik Augsburg AG, wodurch die Maschinenfabrik Augsburg-Nürnberg (MAN) entstand. Sein Standbild steht heute vor dem MAN-Werk in Nürnberg.

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