Joseph Aspdin (1778 – 1855)

Zement ist einer der wichtigsten Baustoffe der letzten beiden Jahrhunderte. Verwendung findet er als Mörtel zum Vermauern von Ziegeln oder Steinen, zum Abdecken von Bauwerken mit Putz und zur Herstellung von Beton. Portland-Zement ist stärker und wasserdichter als herkömmlicher Kalkmörtel. Sein Erfinder, Joseph Aspdin, ließ ihn 1824 patentieren.

Aspdin war Maurer in Leeds im Norden Englands. Er nannte seine Erfindung "Portland-Zement", weil er wie der feine weiße Baustein aus Portland an der Südküste aussah, der in vielen Teilen Großbritanniens für Gebäude mit hohem Prestigewert zum Einsatz kam. Traditioneller Mörtel entsteht durch das Brennen von Kalkstein. Portland-Zement dagegen setzt sich aus einer Mischung aus Kalk oder Kreide und Ton zusammen, die dann gemahlen und in einem Ofen bei hoher Temperatur gebrannt wird. Das Ergebnis wird mit Gips gemischt und erneut gemahlen.

Aspdin machte seine Entdeckung durch Experimente mit dem älteren "hydraulischen Zement", der tonhaltigen Kalk enthält. Nachdem er sein neues Produkt patentiert hatte, baute er in Wakefield eine Fabrik zur Herstellung von Portland-Zement. Seine Söhne William und James entwickelten das Material weiter. James blieb bei seinem Vater im Geschäft. William gründete konkurrierende Werke in London und Kent und betrieb später eine weitere Fabrik in Deutschland.

Portland-Zement war erfolgreich, aber als Aspdin 1855 starb, wartete der Baustoff noch auf seinen Durchbruch. Erst später erkannte man die Bedeutung des Produkts. Aspdin ging davon aus, dass er hauptsächlich als Stuck zum Verputzen von Gebäudefassaden oder für Gussformteile zur Imitation von Steinmetzarbeiten Verwendung finden würde. Die größte Verbreitung fand er jedoch bei der Herstellung von Beton – dem wichtigsten Baumaterial des 20. Jahrhunderts.

Die Amerikanische Gesellschaft für Portland-Zement stellte 1924 in Leeds eine Bronzetafel auf, um die weltweite Bedeutung von Aspdins Erfindung zu würdigen.