ERIH Italy: Industriemuseen und ihre soziale Verantwortung

Auf ihrem Jahrestreffen am 9. April beim ERIH-Mitglied AEMuseum in Mailand diskutiert die italienische ERIH-Community die Zukunft von Industriemuseen im europäischen Kontext. Im Zentrum steht die Frage, wie ERIH-Standorte das neue internationale Museumsverständnis strategisch nutzen können – als kulturpolitische Akteure, die gesellschaftliche Verantwortung übernehmen.

Internationale Organisationen wie ICOM (International Council of Museums), NEMO (Network of European Museum Organisations) und EMF (European Museum Forum) haben Museen in den vergangenen Jahren neu positioniert. Diese sind demnach nicht nur Orte des Bewahrens, sondern auch Schauplätze und Resonanzkörper für demokratische Interaktion, soziale Inklusion und nachhaltige Entwicklung. Die 2022 verabschiedete ICOM-Definition betont Zugänglichkeit, Partizipation und gesellschaftliche Relevanz. NEMO und EMF liefern dazu praxisnahe Instrumente und innovative Modelle.

Gerade für kleinere, oft geografisch abseits gelegene Industriekulturstandorte in Italien liegt hierin eine strategische Chance. Als regionale Gedächtnisorte der Industrialisierung können sie zu Plattformen für den Dialog über Transformation, Klimawandel und soziale Gerechtigkeit werden – und damit ihre Rolle im öffentlichen Raum stärken.

Ziel von ERIH Italy ist es, internationale Leitlinien in konkrete, ressourcengerechte Strategien zu übersetzen: durch stärkere lokale Allianzen, inklusive Strukturen und eine konsequente Verankerung von Nachhaltigkeit in Narrativ und Management. Für die Weiterentwicklung der Industriekultur hätte das Signalwirkung über Italien hinaus.
AEMuseum