ERIH Deutschland: Digitaler Dialog erfolgreich gelauncht

Premiere gelungen: Am 22. Juli tauschten sich Vertreter der deutschen ERIH-Standorte erstmals online miteinander aus. Das Thema: "Bestehen in der Krise". Konkret ging es um die aktuelle Situation an den einzelnen Standorten und die Herausforderungen, vor denen sie stehen. Eine weitere zentrale Frage lautete: Wie kann ERIH als Netzwerk seine Mitglieder in der Krise stärken?

Die Diskussion in den drei Arbeitsgruppen kam rasch zum Punkt: Wegbrechende Einnahmen erzeugen einen hohen Kostendruck vor dem Hintergrund dringend nötiger Investitionen, insbesondere in die Digitalisierung, aber auch in Restaurierung und Baumaßnahmen. Standorte mit einem hohen Anteil an Eigenfinanzierung sind besonders gefährdet – sie leiden stark unter dem Wegfall von Vemietungen, Veranstaltungen und Gruppenreisen, speziell Schulklassen. Diese Marktsegmente, so die einhellige Einschätzung, werden sich voraussichtlich nur sehr langsam erholen.

Die Zahl der Individualbesucher dagegen nimmt nach Aussage der beteiligten Standorte recht schnell wieder zu. Vor allem Outdoor-Programme auf dem Außengelände erweisen sich demnach als populäre Ergänzung der Dauerausstellungen. Zugleich wächst die Angst vor einer zweiten Infektionswelle.

Virtuelle und digitale Angebote haben sich in der Krise bewährt, sind aber teuer. Die Diskussionsteilnehmer regten deshalb an, solche Angebote gemeinsam zu entwickeln und zu bündeln. Andererseits habe das Alleinstellungsmerkmal des realen, authentischen Ortes das Potenzial, gerade Schulen wieder zurückzugewinnen. Auch biete der wachsende Inlandstourismus eine Chance, die von den Standorten genutzt werden könne.

ERIH sehen die Diskussionsteilnehmer als wichtigen Partner. Dies gilt für die politische Lobbyarbeit ebenso wie für die gezielte Unterstützung bei Binnen- und Cross-Marketing und beim Zugang zu nationalen und EU-weiten Digitalisierungs-Fördermitteln. Auch die Stärkung des Netzwerks durch Initiativen wie LINKING EUROPE oder den Expertenaustausch TWINNING OF SITES spielte in den Diskussionen eine Rolle. Darüber hinaus wurde der Vorschlag geäußert, Tourismusakteure wieder stärker einzubinden, um so aktuelle Tendenzen im Umgang mit der Krise sowie Tourismuskonzepte für die Zeit nach Corona in Erfahrung zu bringen. Zuletzt tauchte die Frage auf, ob sich ERIH nicht doch stärker in Richtung der produzierenden Industrie öffnen sollte, um potente Partner zu gewinnen.

Insgesamt kam das Online-Meeting bei allen Beteiligten gut an: nicht als Ersatz für ein Treffen in der realen Welt, aber als sinnvolle Ergänzung und willkommene Plattform zum unkomplizierten Austausch. Die Moderation des digitalen Dialogs übernahmen die ERIH-Vorstandsmitglieder Dr. Walter Hauser – in seiner Funktion als ERIH-Deutschland-Koordinator – sowie Katharina Hornscheidt und ERIH-Generalsekretärin Christiane Baum. Katharina Hornscheidt und die Kollegen vom Berliner Zentrum Industriekultur (BZI) sorgten zudem für die reibungslose technische Umsetzung – ein herzliches Dankeschön dafür!

PPP ERIH Aktivitäten
Kurzprotokoll ERIH Digitaler Dialog

Als Save-the-Date zum Schluss hier noch zwei wichtige Termine:

Am 7./8. Oktober 2020 hält ERIH seine Jahreskonferenz 2020 inklusive Mitgliederversammlung ab. Geplant ist eine Hybridveranstaltung mit physischer Konferenz in Oberhausen und Online-Teilnahme für alle übrigen Interessenten.

Am 19./20. November 2020 folgt ein weiteres ERIH-Deutschland-Treffen in Zwickau mit dem Besuch der Sächsischen Landesausstellung BOOM. Details zu Programm und Anmeldung folgen.