Zitadelle

Dinant liegt am Ostufer der Maas in einer Schlucht aus schroffen Kalksteinklippen. Der Fluss ist über die französische Grenze hinaus bis zum 22 Kilometer flussaufwärts liegenden Givet schiffbar. Der Felsen von Bayard, eine Felsspitze in rund zwei Kilometern Entfernung, wurde 1698 von den benachbarten Uferklippen durch einen Durchstich getrennt, damit der Tross der Armee Ludwigs XIV. passieren konnte.

Das politische Schicksal der Stadt unterlag vielen Wechselfällen, die Dinant immer wieder zum Gegenstand militärischer Feldzüge machten. Die Zitadelle, die den Flussübergang kontrolliert, entstand im 11. Jahrhundert auf Veranlassung der Fürstbischöfe von Lüttich. 1466 plünderte sie Karl der Kühne, 1530 wurde sie wiedererrichtet, 1675 eroberte Ludwig XIV. die Burg. Später stattete sie der große französische Militärbaumeister Vauban (s. Besançon) mit neuen Befestigungsanlagen aus. Der erneute Wiederaufbau 1818-21 fällt in die Zeit nach dem Wiener Kongress, als das heutige Belgien und die Niederlande zu einem Staat vereinigt wurden (die Trennung erfolgte 1830). Dinant war Kriegsschauplatz in beiden Weltkriegen des 20. Jahrhunderts.

Besucher erreichen die Zitadelle entweder über eine 1577 gebaute Treppe mit 408 Stufen oder über eine 1956 installierte Gondelbahn. Innerhalb der Zitadelle widmet sich ein umfangreiches Militärmuseum dem Alltag einer Garnison in Friedenszeiten. Teil der Museumsschau sind eine Schmiede, Küchen und das Militärgefängnis. Überdies umfasst die Ausstellung eine Vielzahl an Schwertern, Bajonetten und Armbrüsten und erklärt auch, welche Waffen – sowohl Artillerie als auch kleine Waffen – bei der Verteidigung der Zitadelle zum Einsatz kamen. Dioramen stellen verschiedene Feldzüge nach. Eines veranschaulicht den Ersten Weltkrieg anhand eines zerstörten Schützengrabens, ein anderes zeigt den Verlauf der Ardennenoffensive, die Ende 1944 in der Gegend tobte.

Abgesehen davon präsentiert das Museum sogenannte Dinanderie – kleine Kunstgegenstände (objets d’art) aus Messing, die in Dinant und den umgebenden Dörfern seit dem 14. Jahrhundert gefertigt wurden. In Bouvignes, am linken Ufer der Maas, entstand im 19. Jahrhundert die Messing- und Kupferfabrik von Warnant-Anhée, die sowohl Kesselteile als auch Dinanderie fertigte. Der Blick von der Zitadelle auf die Ardennen gehört zu den atemberaubendsten Panoramen Europas.

Zitadelle
La Citadelle de Dinant SA
Place Reine Astrid 3-5
5500 Dinant
Belgien
+32 (0) 8222 - 6504
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