Welterbe Kupfermine Falun

Der Gegensatz könnte größer nicht sein. Weiler und kleine Städte säumen die Ufer idyllischer Seen, dazwischen breitet sich sanft gehügeltes Waldland. Plötzlich tut sich im Boden ein roter Schlund auf: das Falun-Bergwerk, einst die größte Kupfermine der Welt und heute Herzstück einer einzigartigen, von der UNESCO als Welterbe eingestuften historischen Industrielandschaft. Ein gewundener Pfad um die Grube herum führt an Holzhütten vorbei, die gefährlich nah am Abgrund stehen und ehemals dazu dienten, das Erz mit einer Seilwinde an die Oberfläche zu hieven. Die mehr als tausendjährige Geschichte der Mine veranschaulicht das örtliche Bergwerksmuseum. Aufsehen erregend ist das Münzkabinett mit den größten und schwersten Münzen, die je geprägt wurden - sie wiegen nahezu 20 Kilogramm. Höhepunkt des Besuchs ist der Abstieg in die bis zu 67 Meter tiefen Stollen und unterirdischen Kammern, die schwedische Bergleute in Jahrhunderten aus dem Fels gebrochen haben. Dass damit viel Geld zu verdienen war, zeigen die Herrenhäuser der Grubenbetreiber in der Umgebung. Mittels Kanälen und Gräben leiteten sie das reichlich vorhandene Seewasser zu ihren Schmelzwerken, von denen sich zahlreiche Reste erhalten haben.

Geschichte

Es geschah um vier Uhr nachmittags am 25. Juni 1687: Mit einem gewaltigen Getöse brach das Kupferbergwerk Koppaberget bei Falun in sich zusammen und hinterließ einen gähnenden Abgrund. Es grenzt an ein Wunder, dass just an diesem Tag alle Bergleute frei hatten und kein einziger von ihnen getötet wurde. Einen der besten Aussichtspunkte auf die heutige Szenerie des Ortes - den rot schimmernden Krater der eingestürzten Grube, die Kleinstadt Falun und die umgebende Wald- und Seenlandschaft - bietet Hyttberget, ein Schlacke-„Gebirge", das selbst Teil der örtlichen Industriegeschichte ist.

Der Sage nach war es die weiße Ziege Kåre, die die Bauern der Gegend mit ihrem rot gefärbten Fell auf die Spur der Kupfervorkommen brachte. Das war im 8. Jahrhundert. Zu jener Zeit begannen die Menschen Wiesenerz zu sammeln und zu schmelzen. Später legten sie Stollen an und entzündeten unterirdische Feuer, um das Erz leichter aus dem spröde gewordenen Fels herausbrechen zu können. Im Jahr 1288 war Koppaberget laut Aussage einer Urkunde bereits ein Gewinn bringender Industriestandort mit eigener Bergbaugesellschaft. In der Nachbarschaft wuchs Falun empor, zeitweilig nach Stockholm die zweitgrößte Stadt Schwedens. Viele ihrer Holzhäuser stehen auf Blöcken aus Kupferschlacke und sind mit „Falun rotfarg" bemalt, einer Farbe, die aus dem roten Oxid der Mine gewonnen wurde. Die weitere Entwicklung Koppabergets beeinflusste maßgeblich Schwedens Aufstieg zu einer europäischen Großmacht. Im 17. Jahrhundert spielte schwedisches Kupfer europaweit eine bedeutende Rolle. Viele Schlösser und Herrenhäuser trugen Dächer aus Falun-Kupfer, allen voran der königliche Palast von Versailles. Der Einsturz des Bergwerks 1687 beendete die Blütezeit von Koppaberget. Dennoch blieb die Grube bis 1992 in Betrieb und förderte auch Edelmetalle wie Gold und Silber zutage. Zahlreiche Herrenhäuser, Schmelzanlagen und Bergarbeiterdörfer zeugen von der zentralen Bedeutung, die die örtliche Kupferindustrie einst für Schweden und Europa hatte.

Empfohlene Aufenthaltsdauer:4 Stunden
Dauer einer geführten Tour:60 Minuten
Eintritt:kostenpflichtig
Barrierefreier Zugang:bitte Hinweise auf Webseite beachten
Angebote für Kinder:
Gastronomie:
Besucherzentrum beim Objekt:ja
Museumsshop:ja

Welterbehaus:
Mai, Juni, 11.-31. August: Montag - Freitag 10.00-17.00 Uhr, Samstag, Sonntag 11.00-16.00 Uhr
Juli - 10. August: täglich 10.00-17.00 Uhr
Oktober bis April: Montag - Freitag 11.00-17.00 Uhr; Samstag, Sonntag 11.30-16.00 Uhr
Besichtigungstouren Besucherbergwerk:
Mai, Juni, 11.-31. August: täglich 11.00-15.00 Uhr
Juli - 10. August: täglich 10.00-17.00 Uhr
Oktober bis April: Montag - Freitag 14.00 Uhr; Samstag, Sonntag 12.00 und 14.00 Uhr
wegen weiterer Einzelheiten siehe Webseite des Standortes

  • Führungen möglich
  • Fremdsprachliche Führungen
  • Führungen für Kinder

Diese Webseite nutzt Cookies