Villa Esche

Die Unternehmerfamilie Esche dachte immer über die eigene Strumpffabrik hinaus – weit hinaus. Der Urvater der Dynastie, Johann Esche hatte – wie im Esche-Museum Limbach-Oberfrohna dargestellt – um 1700 einen Strumpfwirkstuhl nachgebaut und damit die wirtschaftliche Entwicklung der ganzen Region nachhaltig beeinflusst. Seine ebenso erfolgreichen Nachfolger betätigten sich zum Nutzen der Gemeinschaft als großzügige Mäzene. Herbert Eugen Esche (1874-1962) förderte insbesondere die Kunst. Er war befreundet mit dem norwegischen Maler Edvard Munch, der sechs Portraits der Familie malte, und dem Belgier Henry van de Velde. 1902 beauftragte Esche den bis dahin als Architekt noch weitgehend unbekannten Künstler, Designer und Innenarchitekten mit dem Bau einer Villa in Chemnitz, die dieser dann 1911 noch einmal erweiterte und auch weitgehend selbst ausstattete. Van de Veldes Frau Maria Sethe half dem Künstler wohl bei der Gestaltung des Parks.

Nach 1945 erlebte die Villa Esche, die als herausragendes Gesamtkunstwerk des Jugendstils gilt, eine wechselvolle Nachkriegsgeschichte, unter anderem als Sitz des sowjetischen Militärkommandanten und der Staatssicherheit. Nachdem sie 1998 bis 2001 sorgfältig saniert und umgebaut wurde, beherbergt sie ein Henry-van-de-Velde-Museum mit Zimmern in Originalausstattung sowie weiteren Exponaten und ist Begegnungsstätte für Wirtschaft, Kunst und Kultur.

Villa Esche
Parkstraße 58
09120 Chemnitz
Deutschland
+49 (0) 371 - 5331088
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