Seegrotte Hinterbrühl

Das Höhlensystem Seegrotte im niederösterreichischen Mödling ist das Ergebnis des örtlichen Gipsbergbaus. 1912 führte eine Explosion während einer Sprengung in der Mine zur Schließung und ließ gleichzeitig den vermutlich größten unterirdischen Sees Europas entstehen. Höhlenforscher stießen 1930 erneut auf das Höhlensystem, das daraufhin für den Tourismus entwickelt wurde. 60 Meter unter der Erdoberfläche gelangt der Besucher zu einem Areal, das sich über 6200 Quadratmeter erstreckt. Der dort liegende See speist sich aus sieben Quellen. Zu sehen sind Teile des alten Gipsbergwerks, und es liegen Boote bereit, um über den See in zu fahren. Gegenstand der Besichtigung ist unter anderem die 1864 fertiggestellte Bergarbeiterkapelle der Hl. Barbara, von der sich Generationen von Bergleuten Schutz erhofften. Der Altar ist mit den Initialen GA geschmückt – eine Reminiszenz an den traditionellen Bergarbeitergruß “Glück auf”.

Zwischen 1883 und 1932 wurden die Höhlen durch eine der ersten elektrischen Straßenbahnen Europas mit dem Dorf Hinterbrühl verbunden.

1943, während des Zweiten Weltkriegs, entstand auf den oberen Ebenen des Höhlensystems eine Zwangsarbeitsfabrik als Außenstelle des Konzentrationslagers Mauthausen. Das unterirdische Werk fertigte Triebwerke und andere Bauteile für den wegweisenden Düsenjäger Heinkel He 162 Salamander. Die Montage des Flugzeugs erfolgte auf dem Flugplatz Wien-Schwechat. Ein Modell eines Salamander-Flugzeugs ist in der ehemaligen Fabrikanlage zu sehen, und über dem See befindet sich ein Denkmal für 51 Gefangene, die bei einem 200 Kilometer langen Gewaltmarsch von anderen Lagern nach Mauthausen Hinterbrühl im April-Mai 1945 starben.

Seegrotte Hinterbrühl
Grutschgasse 2a
A-2371 Hinterbrühl
Österreich
+43 (0) 2236 - 26364
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