Salinen von Añana

Holz, Lehm und Steine - daraus haben die Salzarbeiter von Salinas de Añana eine einzigartige Kulturlandschaft geschaffen, die aus der Luft aussieht wie ein abstraktes Kunstwerk. Alles ist salzüberkrustet, besonders die terrassenartigen Holzkonstruktionen, die die Salzpfannen an den Hängen des schmalen Tals tragen. Die Qualität des Salzes, das hier seit Jahrtausenden gewonnen wird, sucht weltweit ihresgleichen, und weil Tradition seit jeher großgeschrieben wird, sind die Anlagen erstaunlich gut erhalten. Besucher bewundern das ausgeklügelte System aus ausgehöhlten Pinienstämmen, über das die Sole gleichmäßig auf die vielen Salzpfannen verteilt wird. In einem Salz-Workshop haben sie Gelegenheit, den Umgang mit der Salzschaufel zu lernen und das herausgefilterte Salz in Körben zu sammeln. Wer mag, geht talaufwärts bis zur Hauptquelle Santa Engracia und erfährt unterwegs, wie sich die Natur an die spezifischen geologischen Gegebenheiten angepasst hat. Gesundheitsbewusste können zwischen April und Oktober in einem Outdoor-Spa Hände und Füße in der Sole baden, und natürlich fehlt am Schluss des Rundgangs auch nicht die Verkostung des „weißen Goldes“.

Geschichte

Dass es die Salinen von Añana noch gibt, hat viel mit der Gemeinschaftsleistung zu tun, die in ihnen steckt. 7.000 Jahre, sagen die archäologischen Befunde, ist die Salzgewinnung in diesem Teil des Baskenlandes alt. Ursprünglich erhitzten die örtlichen Salzarbeiter die Sole über kleinen Feuern. Erst die Römer führten im 1. Jahrhundert v. Christus den Bau von großen Pfannen zur Salzgewinnung durch Verdunstung ein und erhöhten dadurch die Produktionsmenge erheblich. Einen erneuten Schub erlebten die Salinen im hohen Mittelalter. Damals erklärten die spanischen Könige die Salzgewinnung zu einem Privileg der Krone. Die Anlagen in Añana unterstellten sie der gemeinschaftlichen Verwaltung der vielen verschiedenen Besitzer der Salzpfannen, zu denen auch einflussreiche Klöster gehörten. Zwei jährlich gewählte Vertreter – je einer für die geistliche und weltliche Seite – waren für Erhalt und Ausbau des gemeinsamen Wassernetzwerks verantwortlich. Dieses insgesamt vier Kilometer lange Netzwerk bestand aus ausgehöhlten, von bis zu 10 Meter hohen Holzpfählen gehaltenen Baumstämmen, in denen die Sole von den vier Hauptquellen des Tals auf zuletzt rund 4.000 Salzpfannen verteilt wurde. Eine wichtige Rolle spielten dabei zentrale Reservoirs und hunderte von kleineren Sammeltanks. Deren Füllstand gab immer wieder Anlass zu Diskussionen, weil die Ergiebigkeit der Quellen begrenzt war und im Laufe der Zeit immer mehr Eigentümer immer neue Salzpfannen bauten, darunter viele auf den hölzernen Terrassen, die heute das Bild des Tales prägen. Diese Entwicklung verschärfte sich noch angesichts der wachsenden Konkurrenz durch Küstensalinen und Salzbergwerke seit dem späteren 19. Jahrhundert. Ab etwa 1960 wurde die Salzgewinnung so unrentabel, dass viele Salzarbeiter aufgaben. Um den Verfall der Anlagen aufzuhalten, gründete sich 1998-99 die Vereinigung der Salzarbeiter von Gatzagak (GIS). Mittlerweile sind mehr als 2.000 und damit über die Hälfte der historischen Salzpfannen restauriert. Eine Stiftung kümmert sich um deren Betrieb und ihre touristische Inwertsetzung.

Empfohlene Aufenthaltsdauer:2 Stunden
Dauer einer geführten Tour:60 Minuten
Eintritt:kostenpflichtig
Barrierefreier Zugang:bitte Hinweise auf Webseite beachten
Angebote für Kinder:
Museumsshop:ja

Sommer:
täglich 10.00-14.30 Uhr, 15.45-19.00 Uhr

Winter:
täglich 10.00-14.30 Uhr

  • Nur mit Führungen
  • Fremdsprachliche Führungen
  • Führungen für Kinder

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