Österreichisches Papiermacher-Museum Steyrermühl

Eine Holzbütte und zwei Walzen, um die ein endloses Sieb läuft: So sieht die erste Papiermaschine der Welt aus. Ihren Nachbau können Besucher des Laakirchener Papiermachermuseums in voller Aktion sehen. Das technische Relikt ist Teil einer spannenden Reise durch die Geschichte der Papiererzeugung - von den Vorläufern des Papiers bis zur modernen Papierindustrie. Den Rahmen bildet das einzigartige Ambiente der ehemaligen Papierfabrik Steyrermühl, in dem sich gleich mehrere Museen und Ausstellungen aneinanderreihen. Dabei sind die Besucher auch selbst gefordert, etwa indem sie wie in vorindustrieller Zeit Büttenpapier von Hand schöpfen. Im Druckereimuseum mit seinen zahlreichen funktionstüchtigen Maschinen besteht die Möglichkeit, eine Kniehebelpresse anno 1878 zu bedienen, während die angegliederte Lithografie-Werkstatt künstlerische Drucktechniken vermittelt. Die Abteilung „Modernes Papier“ arbeitet vor allem mit audiovisuellen Installationen und erzählt dabei unter anderem die Geschichte der Fabrikarbeiter. Auch ein Feuerwehrmuseum hat hier Platz, und Raum für kleine und große Events bietet das Veranstaltungszentrum „ALFA“. Wer will, unternimmt zum Abschluss einen Spaziergang am Traunufer zum prächtigen Schaukraftwerk Gschröff.

Österreichisches Papiermacher-Museum Steyrermühl
Museumsplatz 1
4662 Laakirchen
Österreich
+43 (0) 7613 - 3951
Homepage

Geschichte

Eine Anstellung bei dem Drucker Pierre-Francois Didot brachte den Franzosen Nicholaus-Louis Robert 1798 auf die Idee einer Papiermaschine. Bis dahin schöpften Papiermacher mit feinmaschigen Sieben mühevoll Blatt für Blatt aus einem Brei aus zerstampften Lumpen und Wasser, bevor sie die Bögen pressten, trockneten, erneut pressten und schließlich glätteten. In Tagesschichten von 15 Stunden entstanden so rund 3.000 Blatt Papier. Roberts Maschine erzeugte statt einzelner Bögen zusammenhängende Papierbahnen, die auf eine Walze aufgewickelt wurden. Auf diese Weise steigerte er die Tagesleistung auf 100 Kilogramm Papier pro Tag – für die damalige Zeit ein Quantensprung. An dem mechanischen Prinzip hat sich seither nichts geändert, nur liegt die Produktionsgeschwindigkeit heute bei bis zu 2.000 Metern Papier pro Minute. Um genau diese rasante Entwicklung geht es in den Laakirchener Papierwelten. Sie logieren in einer Fabrik, die von 1868 bis 1988 Papier und Zellstoff erzeugte. Die Geschichte der musealen Umnutzung dieser Industrieanlage beginnt 1993 mit der Gründung des Vereins Österreichisches Papiermachermuseum durch den ehemaligen Laakirchner Bürgermeister und Nationalrat Karl Neuwirth. Damit verschafft er der örtlichen Industriekultur einen ungeahnten Auftrieb: 1997 feiert das Österreichische Papiermuseum offiziell Eröffnung, im Jahr 2000 folgt das Druckereimuseum, 2003 geht das Veranstaltungszentrum „ALFA“ an den Start. 2008 wird der Museumsbereich des Papiermachermuseums im Rahmen einer Landesausstellung völlig neu gestaltet – und erhält zusätzlich eine attraktive Aufwertung durch eine Fußgängerbrücke über die Traun. Als Transportweg und Wasserlieferant spielt der benachbarte Fluss auch im Museum selbst eine zentrale Rolle und ist durch die großen Fenster der ehemaligen Maschinenhalle direkt zu sehen. Mit Ausstellungs- und Veranstaltungsflächen von mehr als 4.000 Quadratmetern ist das Österreichische Papiermachermuseum heute ein eindrucksvolles Beispiel für die erfolgreiche Revitalisierung eines ehemaligen Fabrikgebäudes.

Empfohlene Aufenthaltsdauer:2 Stunden
Dauer einer geführten Tour:90 Minuten
Eintritt:kostenpflichtig
Barrierefreier Zugang:bitte Hinweise auf Webseite beachten
Angebote für Kinder:
Gastronomie:
Museumsshop:ja

April bis Oktober:
Dienstag – Sonntag 10.00-16.00Uhr

  • Führungen möglich
  • Führungen für Kinder

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