Norwegisches Technikmuseum

Bahnbrechende, lebenserhaltende, oft auch wundersame Entdeckungen und Erfindungen: Das norwegische Technikmuseum zeigt in einer rasanten, höchst abwechslungsreichen und interaktiven Gesamtschau, wie sehr die Entwicklung von Wissenschaft, Technologie, Industrie und Medizin unser Leben immer neu bestimmt. Das „Mellotron“, ein elektromechanisches Tasteninstrument, mit dem die Beatles die Flötentöne für ihren Klassiker „Strawberry Fields Forever“ erzeugten, hat hier ebenso seinen Platz wie die spannende Reise in die mikroskopischen Welten des menschlichen Körpers oder eine Dampfmaschine anno 1852, deren Gestänge gotischen Spitzbogenfenstern nachempfunden ist, wie sie in der damaligen Architektur gerade Mode waren. Typisch norwegische Aspekte der Ausstellung sind die Abteilungen zur Holzwirtschaft oder zur Öl- und Gasförderung - besonders das Öl garantiert seit den 1970er Jahren den Wohlstand des Landes. Im „Science Center“ können die Besucher die Errungenschaften der Technikgeschichte gleich spielerisch umsetzen, sei es im Planetarium, im Tonstudio, beim Programmieren von Robotern oder im Experimentierlabor für regenerative Energien.

Norwegisches Technikmuseum
Norks Teknisk Museum
Kjelsåsveien 143
0491 Oslo
Norwegen
+47 (0) 22 - 796000
Homepage

Geschichte

Kennen Sie die Mona Lisa der biologischen Wissenschaft? Oder wissen Sie, was ein Chordanlodion ist? Nein? Dann kommen Sie ins Norwegische Technikmuseum. Es hat sich vorgenommen, die dynamische Wechselwirkung zwischen Technologie und alltäglicher Lebenswelt so anschaulich wie möglich ins Bild zu setzen.

Beispiel 1: unsere Plastik-„Kultur“. Die bunte Vielfalt synthetischer Produkte ist heute eine Selbstverständlichkeit - mit ihren scheinbar unbegrenzten Möglichkeiten, ihren Entsorgungsproblemen, aber auch mit ihrem unbestrittenen Beitrag zur Demokratisierung, indem sie massenhaft erzeugt, was sich vormals nur Wenige leisten konnten. Beispiel 2: die Geschichte der Medizin. Das weltweit erste Foto der berühmten Doppelhelix - jenes Moleküls, das unsere Erbmasse enthält - wird eben hier stolz präsentiert und auf eine Stufe mit der Mona Lisa gestellt (womit die erste der oben gestellten Fragen beantwortet wäre). Praktisch greifbar wird die medizinische Entwicklung anhand der beiden Zahlen 81 und 5. 81 Tage, das war die Zeit, die Patienten im Jahr 1853 durchschnittlich im Krankenhaus verbrachten - heute sind es 5 Tage. Beispiel 3: Industrialisierung. Mit original erhaltenen Dampfmaschinen, Turbinen und mechanischen Webstühlen führt die Ausstellung den Besucher zurück in die Anfänge des Maschinenzeitalters. Das begann gleich nebenan, genauer: im Osloer Stadtteil Sagene, in dem auch der 1986 eröffnete Neubau des Museums liegt. Hier, an den Ufern des Akerselva, entstanden in den 1840er Jahren die ersten Baumwollspinnereien, Maschinenfabriken und Sägemühlen. Wie andernorts in Europa nutzten sie zunächst die Wasserkraft des Flusses und ersetzten später die Wasserräder durch Dampfmaschinen. Entsprechend bietet das Museum Broschüren und demnächst auch digitale Guide-Systeme für geführte Spaziergänge zu 12 Industriedenkmälern in der unmittelbaren Umgebung. Dazu gehört auch eine historische Nagelfabrik, in der heute Künstler in neu eingerichteten Ateliers und Werkstätten arbeiten und damit zugleich die moderne Umnutzung ehemaliger Industrieanlagen dokumentieren.

Empfohlene Aufenthaltsdauer: 1-3 Stunden
Dauer einer geführten Tour: 45 Minuten
Eintritt: kostenpflichtig
Barrierefreier Zugang: vollständig
Angebote für Kinder:
Gastronomie:
Besucherzentrum beim Objekt: ja
Museumsshop: ja
  • Führungen für Kinder

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