Nationales Schiefermuseum

Wie stiehlt man einen Berg? Indem man ihn abträgt, würden die Waliser antworten. Sie sprechen aus Erfahrung: Im Nordwesten von Wales haben sie die Berge gleich massenweise abgetragen – in Hunderten von Schiefer-Steinbrüchen. Wenn im 19. Jahrhundert irgendwo auf der Welt ein Dach mit Schiefer gedeckt wurde, hatten den fast immer Waliser gebrochen und zugehauen. Daß sie darin wahre Meister waren, davon erzählt das National Slate Museum, das Walisische Schiefermuseum in der Schieferstadt Llanberis. Dort, in einem der ehemaligen Werksgebäude des riesigen Dinorwig-Steinbruchs, führen Museumshandwerker die generationenalte Kunst des Schieferspaltens vor. Überhaupt sieht hier vieles so aus wie im 19. Jahrhundert. Noch immer dreht sich das gigantische Wasserrad, das einst den gesamten Maschinenpark antrieb. Ebenfalls in Aktion: eine Schmiede und eine Eisen- und Blechgießerei. Auch die Schmalspurbahn fährt noch, die den Steinbruch mit dem Werk verband. Original wiederaufgebaute Häuser zeigen die beengte Wohnsituation der Steinbrecher. Alles zusammen ist Inhalt eines spektakulären 3-D-Films. Der Titel versteht sich von selbst: Wie stiehlt man einen Berg?

Nationales Schiefermuseum
Padarn Country Park
LL55 4TY Llanberis
Gwynedd
Vereinigtes Königreich
+44 (0) 2920 - 573700
Homepage

Geschichte

Große graue Terrassen klaffen in den Hügelflanken um Llanberis. Hier ist alles aus Schiefer: die Berge, die Dächer, die Häuser, die ganze Stadt. Auch die ehemaligen Werksgebäude des Dinorwig Schiefer-Steinbruchs. Der war einmal der größte Schiefer-Steinbruch der Welt. Damals, gegen Ende des 19. Jahrhunderts, erlebte Llanberis einen wahren Schieferboom. Erst 1969 kam die Produktion endgültig zum Erliegen, nach gut 100 Jahren Schiefer-Geschichte. Gibt es einen besseren Ort für ein Schiefermuseum?

 

Im National Slate Museum geht es um Schiefer und um die Menschen, die ihn den umliegenden Bergen abtrotzten. Über 15.000 arbeiteten im späten 19. Jahrhundert in der nordwalisischen Schieferindustrie. Zu jener Zeit zählte die Region rund 400 Steinbrüche, die rund die Hälfte der weltweiten Schieferförderung bestritten. Das führte zu einer Fülle technologischer Neuerungen. Die meisten davon nutzten die Wasserkraft, denn Regen gab es genug und Kohle war in dieser Gegend teuer. Wasserräder trieben noch bis weit ins 20 Jahrhundert die meisten Schieferfabriken an. Schließlich – früher als anderswo - lieferte die Wasserkraft auch elektrische Energie. Eine echte Pionierleistung waren nicht zuletzt die Schmalspurbahnen, die die schweren Schieferblöcke zu den Fabriken beförderten. Ihre Karriere begann bereits im ausgehenden 18. Jahrhundert und setzte sich während der Industriellen Revolution ungebremst fort.

 

Das Museum zeigt die ganze Bandbreite der regionalen Schieferindustrie. Dabei geht es recht geschäftig zu, Maschinen klopfen und hämmern, als hätten sie nie stillgestanden. Viele von ihnen sind noch im Originalzustand, genau wie das Gebäude, in dem das Museum untergebracht ist. Das wurde 1870 gebaut, zusammen mit dem gewaltigen Wasserrad – dem größten noch funktionsfähigen Wasserrad auf dem britischen Festland. Wenn es sich knarrend in Bewegung setzt, erwacht die Fabrik zu altem Leben.

 

Empfohlene Aufenthaltsdauer: 3 Stunden
Eintritt: frei
Barrierefreier Zugang: bitte Hinweise auf Webseite beachten
Angebote für Kinder:
Gastronomie:
Besucherzentrum beim Objekt: ja
Museumsshop: ja

Ostern bis Oktober:

täglich 10.00-17.00 Uhr

November bis Ostern:

Sonntag bis Freitag 10.00-17.00 Uhr

 

  • Führungen für Kinder

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