National Coal Mining Museum for England

Hier muß man sich warm anziehen – es geht tief hinunter. 140 Meter, um genau zu sein. Unten ist es kalt, feucht und dunkel. Das National Coalmining Museum for England bei Overton, West Yorkshire, residiert in einer der ältesten Steinkohlezechen des Königreichs. Wer in Bergmannsmanier mit Helm und Grubenlampe in die Unterwelt fährt, erlebt den einstigen Minenalltag aus erster Hand – erzählt von ehemaligen Kumpeln. Auch über Tage sieht vieles noch so aus, als könnte der Betrieb jederzeit wieder losgehen. Die Duschen der Waschkaue etwa scheinen auf kohleverschmierte Bergleute nur zu warten. Sogar die dampfbetriebene Förderwinde funktioniert noch, die immerhin bis 1970 benutzt wurde. Zusätzlich führt eine audiovisuell ausgestattete Ausstellung durch mehr als 2 Jahrhunderte Zechengeschichte. Besonders für kleine Besucher attraktiv sind die vier ehemaligen Grubenponys, die auf dem stillgelegten Minengelände ein beschauliches Rentnerdasein führen. Und wem das alles noch nicht genug ist, kann mit einer instand gesetzten Betriebseisenbahn gleich ins nächste Bergwerk fahren – es liegt direkt um die Ecke und gehört ebenfalls zum Museumskomplex.

National Coal Mining Museum for England
Caphouse Colliery
New Road Overton
WF4 4RH Wakefield
West Yorkshire
Vereinigtes Königreich
+44 (0) 1924 - 848806
Homepage

Geschichte

Über ein Jahr dauerte der Arbeitskampf, den die britische Bergarbeitergewerkschaft in den 1980er Jahren gegen die Stillegung vieler Zechen führte – vergeblich. Die Niederlage besiegelte auch das Schicksal der Caphouse Colliery bei Overton: 1985 mußte sie wegen Unrentabilität schließen. Das bedeutete zugleich das Ende einer jahrhundertealten Bergbaugeschichte. 1791 taucht die Kohlegrube erstmals in den Annalen auf – als eine von mehreren Zechen in der Region. Zu jener Zeit war der Steinkohlebergbau in Yorkshire in vollem Gange. Wie in den meisten Minen stellten Frauen und Kinder einen beträchtlichen Teil der Arbeitskräfte. Sie kamen hauptsächlich über Tage zum Einsatz, aber gerade Jungen versahen oft auch Hilfstätigkeiten in den Stollen, wo sie zum Beispiel an den Wettertüren standen und die Luftzufuhr regulierten. Caphouse Colliery war ohne Unterbrechung in Betrieb und blieb die meiste Zeit in Familienbesitz. Ausdruck dieser Kontinuität ist die zum Teil sehr lange Nutzungsdauer der Gebäude, deren ältestes auf das Jahr 1876 zurückgeht. 1917 ging Caphouse Colliery in den Besitz einer Firma über, 1947 wurde sie Staatseigentum. 1988, nur drei Jahre nach ihrer Schließung, öffnete sie als National Coal Mining Museum for England erneut ihre Tore. Sie verfügt nach wie vor über die meisten oberirdischen Anlagen, vom Förderturm über Waschkaue und Schmiede bis zu einem Maschinenhaus samt historischer dampfgetriebener Förderwinde. Die permanente Ausstellung zeigt neben dem Grubenalltag vor allem das Privatleben der Bergarbeiterfamilien, unter anderem deren Organisation in Sportvereinen und Blaskapellen. Im Mai 2005 erweiterte sich der Museumskomplex um das Gelände der benachbarten Hope Pit. Im Gegensatz zur Caphouse Colliery sind die unterirdischen Anlagen nicht mehr zugänglich. Umso besser ergänzen etwa Pumpen- und Kompressorenhaus das bisherige Gebäudeensemble. Eine historische Minenbahn verbindet die beiden ehemals zusammenhängenden Bergwerke.

Empfohlene Aufenthaltsdauer:4 Stunden
Dauer einer geführten Tour:80 Minuten
Eintritt:frei
Barrierefreier Zugang:bitte Hinweise auf Webseite beachten
Angebote für Kinder:
Gastronomie:
Besucherzentrum beim Objekt:ja
Museumsshop:ja

täglich 10.00-17.00 Uhr

geschlossen vom 24.-26. Dezember und am 1. Januar

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