Museumszentrum Hanstholm | Nationalpark Thy

Hanstholm ist eine Hafenstadt in der Gemeinde Thisted in Nordjütland und beherbergt die Festung Hanstholm, die die Wehrmacht gleich nach der Invasion Dänemarks am 9. April 1940 errichtete und deren Geschütze auf den Skagerrak gerichtet waren. Auf der norwegischen Seite des Skagerrak entsprach ihm die Batterie Vara bei Kristiansand, heute das Kanonenmuseum Kristiansand. Im März 1942 änderte sich die Geschütztstellung im Zuge der Anlage des Atlantikwalls. Die neuen Verteidigungsanlagen verbrauchten rund 20.000 Kubikmeter Beton, die Geschütze selbst wurden im Oktober 1942 umgesetzt. Die vier Geschütze vom Kaliber 38, deren Rohre je 110 Tonnen wogen, waren ursprünglich für das Schlachtschiff Gneisenau bestimmt, das jedoch schwere Bombenschäden davontrug. Sie kamen nur einmal zum Einsatz, und zwar am 4. Mai 1941, als sie ein Fischerboot aus Skagen unter Beschuss nahmen, das Schutz vor einem Sturm suchte. Ihre bedrohliche Feuerkraft hielt jedoch alliierte Schiffe davon ab, in die Ostsee einzudringen. Die Geschützmannschaft bestand aus einem Batallion aus 118 Schiffsartilleristen, ergänzt um weitere Truppen zur Verteidigung der Gefechtsanlagen. 1951-52 wurden die Geschütze verschrottet.

Die Festung dient heute als Museum des Zweiten Weltkriegs. Es liegt im 2008 gegründeten Nationalpark Thy, der von Nord nach Süd 55 Kilometer misst und die Dünen und das Heideland der jütländischen Küste schützt. Die bewaldete Umgebung steht voller Betonbunker, die zu massiv waren, um sie zu entfernen. Eine Schmalspurbahn, die ehemals Patronen aus unterirdischen Arsenalen zu den Geschützen transportierte, befördert heute Besucher über das Gelände. Die Museumssammlung umfasst zahlreiche Objekte aus der Zeit des Zweiten Weltkriegs, darunter Gewehre zur Verteidiung der Festung sowie Militärfahrzeuge unterschiedlichster Art.

Museumszentrum Hanstholm | Nationalpark Thy
Moleveg 29
7730 Hanstholm
Dänemark
+45 (0) 97 - 961736
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