Museumsdorf Cloppenburg

Dr. Heinrich Ottenjann gründete 1934 das Museumsdorf in Cloppenburg. Der Lehrer und Kriegsversehrte des Ersten Weltkriegs war seit 1922 an einer Oberschule in Cloppenburg angestellt und begann 1922, historische Objekte zu sammeln. Einige der Gebäude des Museumsdorfs erlitten bei einem Granatenbeschuss in der Endphase des Zweiten Weltkriegs, am 13. April 1945, schwere Schäden, doch wurden sie später wiederaufgebaut. 1961 übernahm das Land Niedersachen das Museum. Nachfolger als Direktor der Anlage wurde Heinrich Ortrenjanns Sohn Helmut Ottenjann (1931-2010), der das Museumsdorf um viele neue Gebäude erweiterte und Forschungsvorhaben einleitete.

Ziel des Museums war von Anfang an die Zusammenführung von Bauernhäusern aus dem westlichen Teil Niedersachsens (Oldenburger Münsterland) und die aktive Pflege traditioneller Handwerke. Die Anlage erstreckt sich über 20 Hektar und umfasst mehr als 50 Gebäude. Zu ihrem Bestand gehört eine Reihe von großen und prächtigen Bauernhäusern wie der Quatmannshof aus Elsten und der Haakenhof aus Cappeln. Sie bestehen in der Regel aus einem Wohntrakt an einem Ende des Langhauses und Ställen an dem anderen Ende. Sie besitzen geflieste Böden, kastenförmig gegossene Öfen, Alkoven, ein Brennholzlager und Schlitten für den Winter. Ihr Beispiel macht anschaulich, dass die Familien einer wohlhabenden Bauerngesellschaft ihr eigenes Garn spannen, eigenes Bier brauten und die Milch ihrer Küche zu Käse und Butter verarbeiteten. Die Nebengebäude umfassen Kuh- und Schafställe, aufwändige Schweinekoben, Obstspeicher, Unterstellmöglichkeiten für Wagen sowie einen Dreschraum mit Pferdeantrieb. Zu den historisch besonders bedeutsamen Objekten gehört eine gusseiserne Ofenplatte aus dem Jahr 1544.

Das Museum verfügt über zahlreiche Gebäude, die als industriell bezeichnet werden können, darunter eine Backstube, eine Bleichhütte, eine Ölmühle, eine Blaufärberei sowie eine Schreinerei mit Drehbänken, einer Bandsäge und Bohrmaschinen, alle mit Pedalantrieb. Cloppenburg gilt als Deutschlands bestes Mühlenmuseum und verfügt über einige großartige Wind-, Pferde-, Hunde- und Handmühlen. Die wissenschaftliche Arbeit der letzten Jahrzehnte hat sich vor allem mit der Entwicklung der Agrartechnik zwischen 1920 und 1960 beschäftigt. Ein weiterer Forschungsschwerpunkt, ebenfalls in diesem Zeitraum angesiedelt, ist die Trockenlegung von Sümpfen. Anschaulich macht das ein Kabelpflug von 1929, der Teil der Museumssammlung ist.

Museumsdorf Cloppenburg
Bether Strass 6
49601 Cloppenburg
Deutschland
+49 (0) 4471 - 94840
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