Museum of the Jewellery Quarter

Wie wäre es, durch ein Viertel zu schlendern, in dem sich ein Juwelier an den anderen reiht? Das berühmt ist für schöne Schmuckstücke und das selbst das schönste unter ihnen ist? Und in dem – nur so als Beispiel – die Trillerpfeifen für die Besatzung der „Titanic“ hergestellt wurden? Dann auf zum Jewellery Quarter im Herzen von Birmingham! Seit Jahrhunderten blüht hier die Kunst der Schmuckherstellung: in kleinen, spezialisierten Werkstätten, aber auch in Fabriken mit weltweitem Export. Bis heute hat das Jewellery Quarter sein Flair und seine einzigartige Tradition bewahrt. Dutzende von Juwelierläden, darunter führende Schmuckhersteller des Landes, bereiten Schaufensterbummlern die süße Qual einer überreichen Auswahl. Markierte Fußwege, durch besondere Zeichen im Pflaster ausgewiesen, geleiten den Besucher ins Herz des Viertels und vorbei an sorgfältig restaurierten Schmuckfabriken, die nicht selten noch als solche genutzt werden. Und das „Museum of the Jewellery Quarter“ bietet original erhaltene Schmuckwerkstätten zum Anfassen. Dort arbeiten Gold- und Silberschmiede wie vor hundert Jahren und lassen sich dabei im Rahmen geführten Touren gern über die Schulter gucken.

Museum of the Jewellery Quarter
75-80 Vyse Street Hockley
B18 6HA Birmingham
West Midlands
Vereinigtes Königreich
+44 (0) 121 - 3488140
Homepage

Geschichte

Seit gut 200 Jahren prägen Gold- und Silberschmiede Birminghams Jewellery Quarter. Ursprünglich waren sie über die ganze Stadt verteilt und setzten vor allem auf Masse statt Klasse: Schnallen, Knöpfe und allerlei glänzender Schnickschnack verließen in rauhen Mengen die Stadt und brachten ihr den zweifelhaften Ruf als „Spielwarenladen Europas“ ein. Rückgrat der Produktion waren selbständige und oftmals spezialisierte Handwerker, die einander zuarbeiteten und dabei zunehmend aufeinander angewiesen waren. Ab etwa 1780 siedelten sie sich in einem noch unerschlossenen Teil der Stadt an. Die konzentrierte Vielfalt handwerklicher Fähigkeiten im nun entstehenden Jewellery Quarter bescherte der Branche bald danach eine ungeahnte, auch qualitative Blüte. 30.000 Beschäftigte zählte das Schmuckgewerbe, als es 1913 seinen Höhepunkt erreichte, ungerechnet die vielen Zulieferbetriebe. Das „Museum of the Jewellery Quarter“ hält diese Zeit wie in einer Kapsel fest. Kern des Museums sind die Werkstätten der 1981 aufgegebenen Schmuckfabrik Smith and Pepper, die aussieht wie anno 1900. Nach der Schließung lagen die Werkzeuge jahrelang da, wie sie zuletzt hingelegt wurden. Mittlerweile sind sie wieder vielbenutzt: Erfahrene Gold- und Silberschmiede nehmen sie täglich zur Hand, um damit Museumsbesuchern ihr fingerfertiges Können zu zeigen. Drum herum erzählt eine Ausstellung die ereignisreiche Geschichte der Schmuckherstellung in Birmingham – von ihren mittelalterlichen Anfängen bis zu den aufregenden Arbeiten zeitgenössischer Designer. Dabei ist es noch gar nicht so lange her, daß das Jewellery Quarter eine ziemlich geschlossene Gesellschaft war. Das änderte sich erst gegen Ende der 1970er Jahre, als Hersteller und Fabrikanten außer Geschäftsleuten auch andere Interessenten in ihre Häuser ließen. Heute ist das Jewellery Quarter ein Flaggschiff moderner Stadtentwicklung, das die gewachsenen Strukturen erhält und zugleich offen ist für neue gestalterische Ideen.

Empfohlene Aufenthaltsdauer:2-3 Stunden
Dauer einer geführten Tour:60 Minuten
Eintritt:kostenpflichtig
Barrierefreier Zugang:bitte Hinweise auf Webseite beachten
Angebote für Kinder:
Gastronomie:
Besucherzentrum beim Objekt:ja
Museumsshop:ja

Dienstag - Samstag 10.30 - 16.00 Uhr

  • Nur mit Führungen
  • Führungen für Kinder

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