Museum für Papierherstellung und Wasserzeichen

Fabriano, eine Stadt mit 30.000 Einwohnern am Fuß der Apenninen und rund 55 Kilometer von der adriatischen Küste bei Ancona entfernt, blickt auf eine lange Tradition der Papierherstellung zurück. Bereits 1326 entstand die Gilde der Papiermacher. Einen deutlichen Schub erlebte die Industrie durch Pietro Miliani (1744-1817), der neue Technologien einführte und Qualitätspapier entwickelte, das sich für Gravuren sowie als Material für Karten und Noten eignete. Die Papierherstellung überlebte sowohl die schweren Zerstörungen Fabrianos im Zweiten Weltkrieg als auch Erdbebenschäden.

Die Firma Cartiere Miliani Fabricano trägt den Namen des Unternehmers aus dem 18. Jahrhundert. Das Museum veranschaulicht, wie sich im späten Mittelalter die Entwicklung der Papierherstellung aus Technologien der damals in der Region florierenden Textilherstellung vollzog. Die Hämmer, die die Lumpen zerstampften, ähnelten jenen, die zum Walken von Wollstoffen verwendet wurden. Überdies gab es Übereinstimmungen zwischen Wasserzeichen zur Kennzeichnung von Papierfabrikaten und Produzenten-Labels auf Kleidungsstücken.

Die Ausstellung umfasst den gesamten maschinellen und auch handwerklichen Produktionsprozess der Papiermanufaktur. Die großen Maschinen werden bis heute mit Wasserkraft angetrieben. Eine Abteilung des Museums demonstriert, wie Lumpen, die Fabriano aus Florenz, Perugia und anderen Städten erreichten, entsprechend dem Feinheitsgrad des Papiers sortiert wurden. An anderer Stelle geht es um die Herstellung von Papier aus anderen Materialien wie Weich- und Hartholz oder aus Gräsern beziehungsweise Staudenpflanzen wie Hanf, Espartogras und Baumwolle.

Museum für Papierherstellung und Wasserzeichen
Museo Della Carta E Della Filigrani
Largo Fratelli Spacca 2
60044 Fabriano
Italien
+39 (0) 732 - 22334
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