Museum der Arbeit

Wer durch die Straßen von Norrköping läuft, spaziert durch 400 Jahre Industriegeschichte: Fast die gesamte Innenstadt besteht aus ehemaligen Fabriken. Die meisten davon entstanden zwischen 1850 und 1920 und waren Textilwerke. In einem davon, einst eine Baumwollspinnerei, residiert heute das Museum der Arbeit. Der ungewöhnliche Gebäudegrundriss hat ihm den Spitznamen "Bügeleisen" eingebracht. Wie für die historischen Fabriken Norrköpings üblich ist es vorbildlich restauriert und steht unmittelbar am Motala ström mit seinen zahlreichen Wasserfällen. Auf den sieben Museumsetagen geht es vor allem um Menschen: die, die früher an den Maschinen geschuftet haben – darunter viele Frauen und Kinder – und die, die heute die Ausstellungen, Bibliotheken und Werkstätten des Hauses besuchen und dabei erfahren, wie die Industriegesellschaft Leben und Arbeit der letzten 100 Jahre beeinflusst hat. Menschen stehen auch im Mittelpunkt des Stadtmuseums, das in den Mauern einer alten Baumwollfabrik Textilmaschinen und eine Weberei zeigt. Selbst die Universität ist in einem früheren Textilwerk untergebracht. Dasselbe gilt für Läden, Cafés und Restaurants. Einen bunten Akzent setzt der bei Dunkelheit in wechselnden Farben illuminierte größte Wasserfall der Stadt.

Museum der Arbeit
Arbetets museum
Laxholmen
602 21 Norrköping
Schweden
+46 (0) 11 - 189800
Homepage

Geschichte

Als "Manchester von Schweden" war Norrköping einmal bekannt. Diesen Ruf verdankte die Stadt in erster Linie ihrer Textilindustrie, deren Boom Mitte des 19. Jahrhunderts einsetzte und knapp 100 Jahre anhielt. Die eigentliche Industrialisierung jedoch begann im frühen 17. Jahrhundert mit dem niederländischen Kaufmann und Unternehmer Louis De Geer. Er machte Norrköping zum Zentrum der aufstrebenden schwedischen Eisenindustrie und warb dafür auch Arbeitskräfte aus dem Ausland an. Unter seinem Einfluss entstanden in der Stadt zahlreiche neue Betriebe verschiedenster Branchen, darunter Waffenmanufakturen, Papiermühlen, Tuchfabriken und eine Schiffswerft. Seine Bedeutung war so groß, dass er heute als Vater der schwedischen Industrialisierung gilt.

Norrköping bot dafür die besten Voraussetzungen. Das liegt vor allem am Flusslauf des Motala ström, der auf seinem Weg durch die Stadt 13 Wasserfälle bildet und dabei insgesamt fast 20 Höhenmeter hinabspringt. Bereits im Mittelalter säumten die ersten Mühlen seine Ufer, und bis heute bildet das kräftige Rauschen des Wassers die für den Ort typische Geräuschkulisse. Die umgibt auch die beiden Museen, in denen Norrköpings Industriegeschichte wieder lebendig wird. Das Stadtmuseum widmet sich speziell der Textilindustrie. Gleich gegenüber bringt das Museum der Arbeit, dessen siebeneckiger Grundriss jeden Zentimeter der Flussinsel Laxholmen ausnutzt, das Arbeits- und Alltagsleben der Industrialisierung zur Geltung. Beide Museen logieren in historischen Fabrikgebäuden und sind – wie die Universität oder die Louis de Geer Konzert- und Kongresshalle – Flaggschiffe eines städtebaulichen Konzepts, das das reiche architektonische Erbe durch moderne Umnutzung bewahrt. So kommt es, dass die vielen Industriewerke, die bis etwa 1970 ihren Betrieb aufgeben mussten, bis heute die Identität der Stadt prägen und immer noch ihren Zweck erfüllen – als Museen, Kulturzentren, Bildungsstätten, Einkaufsmeilen, Gastronomielokale und Wohnungen.

Eintritt:frei
Barrierefreier Zugang:bitte Hinweise auf Webseite beachten
Angebote für Kinder:
Gastronomie:
Museumsshop:ja

Montag, Mittwoch - Sonntag 11.00-17.00 Uhr
Dienstag 11.00-20.00 Uhr

  • Führungen möglich

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