Museu Agbar de les Aigües

Seit 1909 versorgt das Pumpwerk Central Cornellà die Großstadt Barcelona mit Grundwasser aus rund 35 Metern Tiefe. So viel Tradition verpflichtet, und so logiert in den schmuckvollen Ziegelbauten des katalanischen Architekten Amargós i Samaranch heute ein Industriemuseum. Dessen Inventar ist tadellos erhalten: der lärmende Maschinenraum, dessen historische Maschinen wie eh und je in Betrieb sind (auch wenn Elektromotoren den ursprünglichen Dampfantrieb abgelöst haben); der Kesselraum, dessen Wasserkammern einst 3.000 Kilogramm Dampf pro Stunde erzeugten; schließlich der lichtdurchflutete Elektrizitätsraum mit seinen vier Dampfmaschinen und einer Schalttafel, die wie die Kommandobrücke eines Schiffs erhöht an der Stirnwand der Halle thront. In den blitzblanken Maschinen, den sorgfältig restaurierten Kacheln und Fenstern bis hin zu kleinsten Details der Ausstattung verrät sich die katalanische Begeisterung für die eigene Technikgeschichte. Audiovisuelle Medien, Spiele und interaktive Module binden den Besucher unmittelbar in den einstigen Betrieb des Industriedenkmals ein. Ein Spaziergang durch den ausgedehnten Museumsgarten veranschaulicht die enge Vernetzung zwischen Pumpwerk, Wassertürmen und Speicherbecken.

Museu Agbar de les Aigües
Museu Agbar de les Aigües
Ctra. de St. Boi, 4-6
08940 Cornellà de Llobregat
Barcelona
Catalonia
Spanien
+34 (0) 93 - 3423536
Homepage

Geschichte

Der Llobregat, der durch den Süden Barcelonas fließt, ist nicht nur oberirdisch eine wichtige Lebensader der Stadt. Auch tief unter seinem Flussbett strömt Wasser - Grundwasser, das seit mehr als 100 Jahren das durstige Leitungsnetz der katalanischen Millionenmetropole zuverlässig speist. Dafür sorgt Central Cornellà, ein historisches Pumpwerk und doch immer noch in Betrieb. In einem Teil des Werks hat die 1998 gegründete Agbar-Stiftung, Zweig eines international tätigen Wasserversorgungsunternehmens, das Museu Agbar de les Aigües eingerichtet. Der Ausstellung geht es neben dem Pumpwerk selbst auch um Umweltaspekte und darum, wie nachhaltig modernes Wassermanagement unsere Lebensqualität beeinflusst. Der Rahmen könnte idealer nicht sein: ein Industriedenkmal, das zum Teil noch im Einsatz ist, mit einer Architektur, deren Harmonie in Proportionen und zurückhaltendem Dekor ihresgleichen sucht und die obendrein mit Maschinen ausgestattet ist, die als makellos erhaltene Dinosaurier der Technikgeschichte unnachahmliche Ausstrahlung besitzen. Drei Flügel rhythmisieren den trotz seiner Größe zierlich wirkenden Ziegelbau des Architekten Amargós i Samaranch. Im wichtigsten Gebäudeteil - der schon rein äußerlich dadurch hervorgehoben ist, dass er quer zu den anderen beiden Flügeln liegt - befand sich das Kraftzentrum der Anlage. Dort stampften einst vier gewaltige Dampfmaschinen, in Bewegung gesetzt vom benachbarten Kesselraum und Antriebgeber für ebenso gewaltige Pumpen im dritten Gebäudeflügel, die bis heute Wasser aus den Förderschächten ansaugen. Der älteste dieser Schächte, Fives-Lille genannt, geht auf das Jahr 1905 zurück und erreicht eine Tiefe von knapp 35 Metern. Ein begehbarer Wassertank im vorbildlich gepflegten Museumsgarten gibt eine Vorstellung davon, welche Mengen an Wasser hier täglich bewegt werden und warum der ständig steigende Wasserbedarf es notwendig macht, immer größere Wasserspeicher zu bauen. Abgesehen davon erschließt erst ein Gartenspaziergang die ganze Schönheit der Werksarchitektur.

Empfohlene Aufenthaltsdauer: 2 Stunden
Dauer einer geführten Tour: 75 Minuten
Eintritt: kostenpflichtig
Barrierefreier Zugang: vollständig
Angebote für Kinder:
Gastronomie:
Besucherzentrum beim Objekt: ja
Museumsshop: ja

Dienstag - Samstag 10.00-19.00 Uhr
Sonntag, Ferientage 10.00-14.00 Uhr

  • Führungen möglich
  • Fremdsprachliche Führungen
  • Führungen für Kinder

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