Hochofen U4

Der Hochofen U4 ist ein rostbefallenes Fossil. Einsam steht es auf einer umzäunten Industriesteppe neben der Nationalstraße 953 und dem Fluss Vensch. Seine Nachbaröfen wurde nach und nach abgerissen. 15 Jahre dauerte der Kampf um sein Leben. Seit 1995 genießt der Hochofen 4 als einziger in ganz Frankreich Denkmalschutz. Während der Saison strahlen aus dem ältesten Hochofen des lothringischen Kohlenbeckens als Inszenierung des Künstlers Claude Leveque „alle Sonnen“ seiner gleichnamigen Lichtinstallation in die Nacht.

1890 kaufte der bereits in Neunkirchen/Saar erfolgreiche Hüttenbaron Freiherr Carl Ferdinand von Stumm-Halberg 24 Hektar Land in Uckange und ließ darauf bis 1898 vier Hochöfen errichten. 1904 besaß das Unternehmen bereits sechs, die es nach dem Ersten Weltkrieg verlor, als das Werk enteignet und von der „Societe Anonyme des Forges et des Acieries de Nord et Lorraine“ betrieben wurde. 1965 erlosch der zweite des mittlerweile zum Quartett verkleinerten Hochofenensembles. Uckange gehörte nun zur Hütte in Saulness. Den Hochöfen kippte man weiterhin ihr Futter wie es in den Dreißiger Jahren üblich in ihren Schlund. Dazu förderte ein Schrägaufzug die Kübel zur Gichtöffnung mit Doppelglocke. 1976 plante man die Runderneuerung des U4, wartete aber damit bis 1988, weil die Nachfrage nach Stahl zurückging. 1991 erlosch das Feuer endgültig. Zurückblieben außer dem U4 das Verwaltungsgebäude, eine Gebläsehalle mit Kanzel, Kesselhaus, Werkstätten und Wiegehäuschen.

Die ehemalige Hochofenanlage umgeben die einst für die Hüttenarbeiter errichteten Siedlungshäuser. Auch findet sich in Uckange ein Herrenhaus der Familie Stumm. Im nahen Hayange führt die Straße entlang der von ArcelorMittal betriebenen Anlage zurück in die Vergangenheit zum hierachischen Miteinander: Arbeitersiedlungen und Direktorenvillen liegen in direkter Nachbarschaft zur Grabkapelle der in Hayange wirkenden Hüttendynastie de Wendel. Deren Bureau Central und Schloss trägt in seinem Rundgiebel eine Uhr sowie Werkzeuge der Hüttenindustrie. Über all’ dem wacht als Geschenk der de Wendels an der Cote des Vignes die sieben Meter hohe Statue der Heiligen Jungfrau über die Hütten und Siedlungen des Fenschtals.

Hochofen U4
Parc haut-fourneau U4
1, Jardin des Traces
57270 Uckange
Lorraine
Frankreich
+33 (0) 382 - 573737
Homepage

Empfohlene Aufenthaltsdauer:1,5 Stunden
Dauer einer geführten Tour:90 Minuten
Eintritt:kostenpflichtig
Barrierefreier Zugang:bitte Hinweise auf Webseite beachten
Gastronomie:
Besucherzentrum beim Objekt:ja

Dienstag - Sonntag 14.00-18.30 Uhr
Samstag bis 20.30 Uhr

  • Führungen möglich

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