Galizisches Meeresmuseum

Die Technologie der Fischerei - vom Fischerboot zum Fabrikschiff -, Muschelzucht, Aquafarming, aber auch Meereskunde mit all ihren Facetten: Die Vielfalt der Aspekte im Galizischen Meeresmuseum ist ein Spiegel der engen und jahrhundertealten Beziehungen Galiziens zum Meer. Die gehen, wie Funde aus einer Siedlung des 8. Jahrhunderts v. Chr. zeigen, bis in die Bronzezeit zurück. Das Museum residiert in einer umgebauten und umfassend erweiterten Konservenfabrik, und das Design seiner Dauerausstellung aus beleuchteten Würfeln ist eine Reminiszenz an den benachbarten Containerhafen von Vigo. Video- und Tondokumente, interaktive Bildschirme und Originalobjekte machen die Geschichte des regionalen Fischfangs unmittelbar lebendig. Dabei ist es dem Museum wichtig, nicht nur die Entwicklung der Fischereiindustrie – Fangtechniken, Fischverarbeitung und Vermarktung – zu zeigen, sondern auch den Lebensraum der Fische zu erforschen, und zwar genau an der Stelle, an der sich das Museum befindet. Entsprechend zeigt ein Aquarium die Ökosysteme und Meeresbewohner im Gebiet zwischen der Ría de Vigo, dem fjordähnlichgen Mündungsgebiet der spanischen Hafenstadt, bis zu den natürlichen Habitaten der vorgelagerten Cíes-Inseln. Ein integrierter, neu gebauter Leuchtturm erlaubt einen weiten Ausblick über das Mündungsgebiet.

Galizisches Meeresmuseum
Museo do Mar de Galicia
160 Avenida Atlántica
36208 Vigo
Spanien
+34 (0) 986 - 247750
Homepage

Geschichte

Das U-Boot im Außengelände des Museums macht schon deutlich, dass es hier um Unterwasserwelten geht. Gebaut hat das Tauchboot Antonio Sanjurjo Badía, ein Erfinder des 19. Jahrhunderts und Freund des berühmten Science-Fiction-Autors Jules Verne. Der zugehörige Museumskomplex liegt auf einer Mole unweit des Containerhafens von Vigo, nimmt 14.000 Quadratmeter ein und blickt auf eine wechselvolle Geschichte zurück. 1887 entstand hier die Konservenfabrik Alcabre-Molino de Viento, die nach ihrer Schließung als städtischer Schlachthof genutzt wurde. 1992 beauftragte die Stadtverwaltung den italienischen Architekten Aldo Rossi und den Galizier César Portela mit der Gestaltung eines Meeresmuseums. Sie erweiterten das alte Fabrikgebäude um einen modernen Neubau, ein Aquarium, einen Platz mit den original erhaltenen Grundmauern des bronzezeitlichen Fischerdorfes Castro da Punta do Muíño sowie einen Leuchtturm, dessen moderne Erscheinung an die Tradition der umliegenden Leuchttürme anknüpft. Der Zugang zur Dauerausstellung erfolgt über eine Art Gangway, und auch die übrige Architektur nimmt immer wieder Meeres- und Schiffsmotive auf oder stellt durch Blickachsen Bezüge zur Küstenlandschaft her. Neben der modern inszenierten Dauerausstellung widmet das Museum eine weitere Halle regelmäßigen Wechselausstellungen. Überdies versteht es sich als Forschungsstelle und arbeitet dabei eng mit anderen wissenschaftlichen Institutionen zusammen. Ein wichtiges Projekt etwa war die Digitalisierung von Privatfotos aus den umliegenden Fischerdörfern, die anschließend in die Sonderausstellung „Das Gedächtnis des Meeres“ Eingang fanden. Ein anderes Projekt brachte einen Dialog zwischen Wissenschaftlern und Künstlern in Gang. Thema der Kooperation war das, was Meeresbiologen Neuston nennen: die Gesamtheit der Organismen in einer dünnen Schicht direkt unter der Wasseroberfläche. Derzeit in Planung ist eine neue Ausstellung, die sich mit Schiffswracks und ihrer Bedeutung für die Küstenbewohner der Region beschäftigt.

Empfohlene Aufenthaltsdauer:2 Stunden
Dauer einer geführten Tour:60 Minuten
Eintritt:kostenpflichtig
Barrierefreier Zugang:vollständig
Angebote für Kinder:
Gastronomie:
Besucherzentrum beim Objekt:ja
Museumsshop:ja

Mitte Juni bis September:
Dienstag - Sonntag 11.00-14.00 Uhr, 17.00-20.00 Uhr

Oktober bis Mitte Juni:
Dienstag - Freitag 10.00-14.00 Uhr, 17.00-19.00 Uhr
Samstag, Sonntag, Feiertage 11.00-14.00 Uhr, 17.00-20.00 Uhr

  • Führungen möglich
  • Führungen für Kinder

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