Freilichtmuseum Maihaugen

Lillehammer, ein Kurort in Zentralnorwegen, liegt am Ostufer des Mjosa-Sees und am südlichen Ende des Tals Gudbrandsdalen, durch das die alte Straße von Oslo nach Trondheim verläuft. Am Rand der Stadt liegt das Open-Air-Museum Maihaugen, das die Sammlungen von Anders Sandvig (1862-1950) beherbergt. Der Sohn eines örtlichen Fischers studierte Zahnmedizin in Berlin und zog nach Lillehammer, als seine Frau an Tuberkulose erkrankte. Beeinflusst von Charles Darwin (1809-82) und zeitgenössischen Strömungen des romantischen Nationalismus, begann er, im Stil von Artur Hazelius (1833-1901), der 1891 in Stockholm Skansen gegründet hatte, Gebäude und Objekte zu sammeln. 1904 ging Sandvig damit erstmals an die Öffentlichkeit. Er begriff das Museumsinventar als „eine Sammlung von Wohnhäusern, deren ehemalige Bewohner für die Besucher quasi lebendig werden und dadurch die Möglichkeit eröffnen, anhand der Anlage und Ausstattung der Häuser die einstige Lebensweise, die Geschmäcker und die Arbeit der Menschen kennenzulernen.“

Das Museum ist gewachsen, befindet sich aber bis heute unter der Verwaltung einer privaten Stiftung, die auch vom Staat unterstützt wird. Die Gesamtfläche beträgt derzeit 36 Hektar, darauf stehen mehr als 100 Häuser, die meisten von ihnen aus Gudbrandsdalen. Das elegant-moderne Eingangsgebäude von 1959, 1994 aus Anlass der Olympischen Winterspiele erweitert, verfügt über 44 Ausstellungsräume, von denen die meisten die rekonstruierten Arbeitsplätze traditioneller Handwerker zeigen: Schuhmacher, Schneider, Schirmhersteller, Büchsenmacher, Holzstecher, Buchbinder, Korbmacher und Geigenbauer.

Das Open-Air-Museum bildet Architektur (überwiegend Holz), Kunst und materielle Kultur von Gudbrandsdalen ab. Zu den Gewerbegebäuden zählen eine Kornmühle, eine Färberei samt Walkmühle, eine Gerberei, eine Gelbgießerei und eine Posthalterei. Für den Industriehistoriker ist Maihaugen jedoch vor allem im Hinblick auf Herstellungsprozesse in abgelegenen Bauernhäusern bekannt. Wie dort vor Beginn der Industriellen Revolution Waren produziert wurden, veranschaulichen eindrucksvolle Beispiele: ein Lagerhaus anno 1775, das für die Herstellung von Spinnrädern benutzt wurde; eine Brauerei in einem Bauernhof in Bjørnstad; nicht zuletzt die Spinnräder und Webstühle, die man vielerorts neben den Betten und im Bereich der Küche vorfand.

Freilichtmuseum Maihaugen
De Sandvigske Samlinger på Maihaugen
Maihaugenvegan 1
2609 Lillehammer
Norwegen
+47 (0) 61 - 288900
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