Energiemuseum

Die massive Lilleshall-Dreizylinderdampfmaschine Nr. 282 "Marshall" beherrscht die Ausstellungshallen in Langford. Als das Pumpwerk von Langford in den 1920er Jahren Gestalt annahm, standen hier drei dieser riesigen Schiffsmaschinen. Per Straße und Bahn waren sie zuvor in Einzelteilen hertransportiert worden. Aufgrund ihrer besonderen historischen Bedeutung genießt die Industrieanlage heute Denkmalschutzstatus und steht unter der sorgfältigen Aufsicht des Museums und der englischen Denkmalschutzbehörde.

 

Langford erzählt im Wesentlichen zwei Geschichten. Darin geht es um Frischwasser und um Energie. Beide Bereiche kann der Besucher erforschen. Dabei wird er z. B. erfahren, dass Frischwasser während der Industriellen Revolution in Essex immer knapp war. Daher nutzten die Menschen eine Kombination aus Brunnen und Oberflächenwasser, um ihren privaten und industriellen Bedarf zu decken. Wasserversorgungsunternehmen entstanden, die aber immer nur einzelne Stadtviertel beliefern konnten. Flache Brunnen auf dem Land, oft sogar Tiefbrunnen litten unter Verseuchung durch Tierabfälle und Bakterien aus oberirdischen Abwasserkanälen und Abflussrinnen. Krankheiten waren weit verbreitet und ließen sich oft auf die mangelhafte Wasserqualität zurückführen. Drastische Maßnahmen waren gefragt, um den steigenden Wasserbedarf einer wachsenden Bevölkerung zu befriedigen. In den 1920er Jahren baute die Southend Waterworks Company das Pumpwerk von Langford, um Southend und Umgebung mit Trinkwasser zu versorgen. Das Wasser entnahm man den Flussläufen von Chelmer und Blackwater, die in dieser Gegend nahe aneinander vorbeifließen. Die drei großen Dreizylinderdampfmaschinen trieben kolbenartige Pumpen im Keller an. Den dazu notwendigen Dampf erzeugten drei Kessel, wie sie auch auf Schiffen Verwendung fanden. Sie liefen auf Kohlebasis und verfügten über eine automatische Befeuerung.

 

Außerdem besaß das Pumpwerk drei dampfgetriebene Generatorensätze, die die Elektrizität für die Pumpen und die benachbarte Kläranlage erzeugten. Darin wurde das Flusswasser aufbereitet, bevor es die Pumpen in einer Größenordnung von bis zu 35 Millionen Litern pro Tag durch ein 710-mm-Rohr hinunter nach Southend beförderten. In den 1950er Jahren erfuhr die Anlage eine Erweiterung durch den Bau des nahe gelegenen Hanningfield-Reservoirs. Um die Lilleshall-Dampfmaschine herum trifft der Besucher auf Energiequellen jeder erdenklichen Art. Das Energiemuseum hat sich die Aufgabe gestellt, funktionstüchtige Beispiele unterschiedlichster Energiequellen auszustellen, vorzuführen und deutlich zu machen, welche Rolle sie in der Geschichte gespielt haben. Denn nichts lässt sich bewerkstelligen, ohne in der einen oder anderen Form auf Energie zurückzugreifen.

 

Die Arbeit des Museums gliedert sich in zwei breit gefächerte Gebiete. Ersteres bietet ein Umfeld, das auf lehrreiche Weise erkundet, welchen Gebrauch der Mensch von Energie gemacht hat bzw. macht. Dies soll durch den Schaubetrieb von Maschinen, Ausrüstungsgegenständen und Werkzeugen geschehen, die notwendig waren, um das bis heute erreichte industrielle und soziale Niveau zu erreichen. Der zweite Schwerpunkt des Museums besteht darin, optimale Möglichkeiten für die Restaurierung und den Erhalt dieses materiellen Erbes zur Verfügung zu stellen. Die Industrielle Revolution hat nie aufgehört, im Gegenteil hat sich ihr Tempo mit den Jahren beschleunigt. Das Museum legt Wert darauf, seine Objekte so auszustellen, dass sie sowohl im Arbeitsprozess zu sehen sind als auch interaktive Qualitäten haben. Auf diese Weise werden kommende Generationen in der Lage sein, die Ingenieurleistungen und technologischen Entwicklungen der Vergangenheit zu erkennen.

 

Die Außenanlagen des Museums, das durch eine kleine Teestube zugänglich ist, sind beträchtlich. Sie umfassen Gartenanlagen, Tiergehege, ein ehemaliges Cricketfeld, das für besondere Ereignisse und Versammlungen genutzt wird, dazu Parkplatz, sanitäre Anlagen, Rastplatz, Terrasse und einen betonierten Hof zur Unterbringung künftiger Restaurierungsobjekte. Eine neue Miniatureisenbahn mit einer Spurweite von 18,4 mm umrundet den zentralen Gebäudekomplex und verfügt über einen Bahnhof, Bahnübergänge, Signalanlage und Drehkranz. Die Länge beträgt derzeit 0,4 km und wächst beständig. Dampf- und dieselgetriebene Züge ermöglichen Rundfahrten an Ereignistagen.

Energiemuseum
Hatfield Road Langford
CM9 6QA Maldon, Essex
Essex
Vereinigtes Königreich
+44 (0) 1621 - 843183
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