Deutsches Drahtmuseum

Er ist ein Alleskönner: mal robust, mal sensibel, mal voller Leuchtkraft, mal dekorativ, immer flexibel und im Alltag einfach unentbehrlich. Draht heißt dieser erstaunlich vielseitige Werkstoff, und jeder kennt ihn. Wem jetzt allerdings nur Stachel- oder Maschendraht einfällt, der wird im Deutschen Drahtmuseum im sauerländischen Altena aus allen Wolken fallen. Vom Kettenhemd bis zum Supraleiter ist dort alles vertreten, was je aus Draht gefertigt wurde und wird: das gewaltige Drahtseil einer modernen Hängebrücke, die praktische Klammer am Teebeutel, der Leuchtdraht einer Glühbirne, hauchdünne Drähte aus Elektronik und Filtertechnik, die Sprungfedermatratze, filigrane Schmuckstücke und sogar ein Kettentanga. Museumsbesucher können auch selbst Hand anlegen – an historischen Maschinen, die den Draht ziehen und walzen. Auf dem Vorhof macht eine voll funktionsfähige Polterwäsche ihrem Namen alle Ehre: Sie diente einst dazu, den Draht während des Herstellungsprozesses von seiner Zunderschicht zu befreien. Instrumente wie Klavier und Harfe laden zu musikalischen Experimenten ein, und Versuche aus dem Bereich der Hochtechnologie führen eindrücklich vor Augen, wie man heutzutage mit Hilfe von Draht extrem hohe Temperaturen und Gewichte misst.

Dass dieses Museum gerade in Altena steht, ist kein Wunder: Die industrielle Vergangenheit der Stadt wimmelt nur so von Drahtziehern – und von Haken und Ösen. Die zählten nämlich zu den ersten Produkten. Bereits im Mittelalter verlegten sich die Altenaer auf das Eisengewerbe, und wohl nicht zufällig war es einer der ihren, dem es um 1600 erstmalig gelang, Stahldraht zu ziehen. Über den Hellweg gelangten die Waren bis nach Skandinavien und Osteuropa. Die Mitgliedschaft in der Hanse sicherte den wirtschaftlichen Erfolg, ebenso die 1686 gegründete Stapelgesellschaft, ein Schutzbündnis, mit dem die örtlichen Unternehmer Produktion und Absatz regulierten.

Bis heute sind Altena und das benachbarte Iserlohn wichtige Standorte der Drahtindustrie. Das Deutsche Drahtmuseum gibt es seit 1965. Ursprünglich war es in einem Teil der mittelalterlichen Burg Altena untergebracht – und platzte bald aus allen Nähten. Seit 1999 residiert das Museum in einem ehemaligen Schulgebäude gleich unterhalb der Burg. Das Ergebnis: eine moderne, erlebnisorientierte Ausstellung auf 750 Quadratmetern.

Deutsches Drahtmuseum
Fritz-Thomée-Straße 12
58762 Altena
Märkischer Kreis
NRW
Deutschland
+49 (0) 2352 - 9667034
Homepage

Empfohlene Aufenthaltsdauer:1,5 Stunden
Dauer einer geführten Tour:90 Minuten
Eintritt:kostenpflichtig
Barrierefreier Zugang:vollständig
Angebote für Kinder:
Museumsshop:ja

Dienstag bis Freitag 09.30-17.00 Uhr

Samstag, Sonntag, Feiertage 11.00-18.00 Uhr

 

  • Führungen möglich
  • Fremdsprachliche Führungen
  • Führungen für Kinder

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