Bergbaupark Riotinto

5000 Jahre Bergbaugeschichte, Europas größter Tagebau und ein Stück Großbritannien mitten in Andalusien – der Bergbaupark Riotinto spart nicht mit Attraktionen. 350 Meter tief und 1.200 X 900 Meter weit ist die Grube Corta Atalaya, deren gewaltige Ausmaße vor allem auf den britischen Bergbaukonzern Riotinto Company Ltd. zurückgehen. Geführte Touren durch diesen künstlichen Krater sind einer der Höhepunkte des Besuchs. Dass hier schon antike Bergleute nach Metallen wie Kupfer oder Eisen schürften, beweist ein römisches Wasserrad. Der spektakuläre Fund steht heute im Grubenmuseum, eingerichtet im ehemaligen Hospital der benachbarten Bergbausiedlung. Dort ist auch der luxuriös ausgestattete Eisenbahnwaggon zu sehen, in dem Spaniens König Alfonso XIII. einst die Mine besuchte. Auf der teilrestaurierten Schmalspurbahn, die er damals benutzte, verkehrt heute ein Museumszug. Den Lebensstil der Bergwerksbetreiber verkörpert das viktorianische Haus Nr. 21 in der Siedlung Bellavista, die im 19. Jahrhundert eigens für britische Werksangestellte gebaut wurde. Die machten die Spanier übrigens erstmals mit dem Fußball bekannt, der von hier aus seinen Siegeszug durch das ganze Land antrat. 

Bergbaupark Riotinto
Parque Minero de Riotinto
Plaza del Museo s/n
21660 Minas de Riotinto
Spanien
+34 (0) 959 - 591015
Homepage

Geschichte

Am 14. Februar 1873 begann in Riotinto eine neue Zeitrechnung. Ohne Verzug begannen damals die neuen britischen Eigentümer, das örtliche Kupfer- und Pyritbergwerk, das bis in die Bronzezeit zurückreicht, von Grund auf zu modernisieren. Schlüsselstellung kam dabei dem Bau einer Schmalspurbahn in die 80 Kilometer entfernte Küstenstadt Huelva zu. Bis dahin mussten alle Erz- und sonstigen Warentransporte mehrmals umgeladen werden – von Eselskarren auf eine ältere Bahnstrecke, die rund 20 Kilometer entfernt lag, von der Bahn auf Flusskähne im Delta des Rio Tinto und von diesen wiederum auf seetaugliche Schiffe. Im Juli 1875 war die neue Bahnlinie fertig, einschließlich einer 1.165 Meter langen Hafenmole in Huelva, über die die Waggons direkt entladen werden konnten. Bis 1903 entstanden zusätzlich zahlreiche Nebenstrecken, die die Dörfer der Region – und damit potenzielle Arbeitskräfte – mit der Mine verbanden. Das alles verlieh dem Bergwerk einen enormen Schub. Bis zur Einstellung des Bahnbetriebs 1975 verkehrten auf der Strecke insgesamt 143 Dampfloks meist britischer Herkunft, sieben E-Loks, 1.300 Güterwaggons und 40 Passagierwagen. Der heutige Museumszug erinnert auf seiner zwölf Kilometer langen Fahrt entlang dem Rio Tinto an die enorme Bedeutung, die der Eisenbahnbau für das Bergwerk hatte.

Auch die Bergwerkssiedlung trägt eine deutlich britische Handschrift. Das Krankenhaus, 1925 gebaut von dem britischen Architekten R.H. Morgan, nahm neben Minenarbeitern im Bedarfsfall auch andere Bewohner der Region auf. Nach sorgfältiger Restaurierung feierte es 1992 Eröffnung als Museum. Die Ausstellung veranschaulicht die örtliche Bergbaugeschichte, beantwortet Fragen zu Umwelt und Geologie und geht zudem auf die Arbeit der Riotinto-Stiftung ein, die hier mit großem Einsatz das industrielle Erbe bewahrt. Teil dieses Erbes ist das Haus Nr. 21, das die zutiefst britische Wohnkultur widerspiegelt, die die Bergbausiedlung Bellavista gut 80 Jahre lang geprägt hat - inklusive Presbyterianer-Kapelle und Englischem Club.

Empfohlene Aufenthaltsdauer: 6 Stunden
Dauer einer geführten Tour: 90 Minuten
Eintritt: kostenpflichtig
Barrierefreier Zugang: vollständig
Angebote für Kinder:
Gastronomie:
Besucherzentrum beim Objekt: ja
Museumsshop: ja

Bergbaumuseum
Mitte Juli bis Mitte September: täglich 10.30-15.00 Uhr und 16.00-20.00 Uhr
Mitte September bis Mitte Juli: täglich 10.30-15.00 Uhr und 16.00-19.00 Uhr

Bergbau-Eisenbahn
Fahrplan siehe Standort-Webseite

  • Führungen möglich
  • Fremdsprachliche Führungen
  • Führungen für Kinder

Diese Webseite nutzt Cookies