Baskisches Eisenbahnmuseum

Einmal Heizer auf einer historischen Dampflok sein? Wer davon träumt, kommt im Baskischen Eisenbahnmuseum in Azpeitia ganz sicher auf seine Kosten. Jedes Wochenende verkehrt dort ein Museumszug auf einer fünf Kilometer langen Schmalspurstrecke mitten durch das Urola-Tal im baskischen Bergland. Die Bahnfahrt ist der Höhepunkt eines Museumserlebnisses, das Besucher in eine Zeit entführt, als die Eisenbahn im Baskenland das Verkehrsmittel Nummer eins war – für Industrie und Menschen gleichermaßen. Obwohl diese Bahnlinien längst Geschichte sind, ist in Azpeitia alles noch im Original erhalten: der Bahnhof anno 1925, der Lokschuppen, die Reparaturwerkstatt und natürlich die reiche Auswahl an Schienenfahrzeugen. Die stammen aus Spanien, aber auch aus vielen anderen Ländern Europas, darunter Deutschland, Belgien, Schottland, Frankreich, Holland, Ungarn, Schweden und die Schweiz. Zwei einzigartige Sammlungen gibt es zudem in den oberen Etagen des Bahnhofsgebäudes zu entdecken. Dort zeigt das Museum eine Art Geschichte der Eisenbahnermode - eine Kollektion von über 100 Bahnuniformen der letzten 160 Jahre - sowie mehr als 200 historische Bahnhofsuhren.

 

Geschichte

Baskische Eisenbahnen fuhren von Beginn an auf schmalen Gleisen: Genau einen Meter maß die Spurweite - 668 Millimeter weniger als der Rest des spanischen Schienennetzes. Warum? Die zerklüfteten, von engen Tälern durchzogenen Berge Nordspaniens ließen gar nichts anderes als Kleinbahnen zu. Obendrein waren schmale Schienen kostengünstiger, weil sie im Vergleich geringere Baukosten verursachten.

Das Baskische Eisenbahnmuseum in der historischen Bahnstation Azpeitia hält seit 1994 die Erinnerung an die Blütezeit des nordspanischen Schienenverkehrs wach. Dabei greift es auf einen umfangreichen Wagenpark zurück, der neben Dampfloks des ausgehenden 19. Jahrhunderts auch Diesel- und Elektroloks umfasst. Tatsächlich gehörte die Bahn durch das Urola-Tal, die in Azpeitia ihren Anfang nahm, zu den ersten Bahnverbindungen in Spanien, die eine elektrische Oberleitung erhielten. Wie die Stromversorgung funktionierte, veranschaulicht das zum Museum gehörige Umspannwerk anhand eines original erhaltenen Quecksilberdampfgleichrichters des Schweizer Elektrotechnikkonzerns Brown Boveri aus dem Jahr 1925 – Hochtechnologie vom Beginn des 20. Jahrhunderts, die noch bis in die 1970er Jahre für die Erzeugung von Gleichstrom bei höherer Spannung Verwendung fand. Das größte Ausstellungsstück des Museums ist der Lokschuppen: Es gilt als eines der ersten Gebäude seiner Art, das komplett aus Stahlbeton besteht. Ein besonderes Erlebnis verspricht auch die Reparaturwerkstatt, die noch genauso aussieht wie zur Zeit ihrer Entstehung 1925 und deren 16 Werkzeugmaschinen per Transmissionsriemen an einen einzigen, noch funktionsfähigen 18-PS-Siemensmotor angeschlossen sind. Der Originalzustand der Anlagen, aus heutiger Sicht ein Glücksfall, erklärt sich aus der jahrzehntelangen Vernachlässigung der Urola-Bahn. Die war in den 1980er Jahren so veraltet, dass alle Schienen demontiert wurden. Nur die Bahnhofsanlagen von Azpeitia blieben erhalten. Der Museumszug, der heute zwischen Azpeitia und Lasao pendelt, verkehrt auf eigens zu diesem Zweck neu verlegten Gleisen.

Empfohlene Aufenthaltsdauer:3 Stunden
Eintritt:kostenpflichtig
Barrierefreier Zugang:bitte Hinweise auf Webseite beachten
Angebote für Kinder:
Museumsshop:ja

Dienstag - Samstag 10.00-13.30 Uhr, 15.00-18.30 Uhr
Sonntag, Feiertage 10.30-14.00 Uhr

  • Führungen möglich
  • Führungen für Kinder

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