August Horch Museum

Horchstraße, Audistraße, Trabantstraße. Schon der Blick auf den Stadtplan zeigt: Hier geht es um Autos. Und was für welche! Ein Horch 303 Feuerwehrwagen von 1927 zum Beispiel mit Deutschlands erstem serienmäßigen Achtzylinder unter der knallroten Haube. Oder ein DKW F 1 Baujahr 1931, dessen Frontantrieb technische Maßstäbe setzte. Selbst in den 1930er Jahren erfolgreiche Auto Union Silberpfeile fehlen nicht in der Sammlung. Insgesamt 150 Großexponate präsentiert das August-Horch-Museum, vom Vorkriegs-Oldtimer bis zum jungen Volkswagen. Die meisten haben ihre Heimat genau da, wo sie heute stehen: in der sächsischen Automobilmetropole Zwickau. Den zünftigen Rahmen der 6.500 Quadratmeter großen Ausstellung bildet das historische Audiwerk von 1909. Darin erwartet den Besucher eine regelrechte Zeitreise. Er läuft vorbei an eine Tankstelle der späten 1920er Jahre, bummelt durch eine nachgebaute Straßenszene, erlebt die Arbeitswelt früher Autowerker in einer funktionstüchtigen Transmissionswerkstatt und erkundet neugierig die ehemalige Direktionsvilla. Begleitet von Filmvorführungen, Computeranimationen, Simulatoren, Modellen und Schautafeln wird er zunehmend eins mit Pioniergeist und Erfindungsreichtum einer über 100-jährigen Automobilbautradition.

Geschichte

Seit August Horch wird in deutschen Autos links gelenkt. Vorreiter war der Audi K von 1921. Andere Automobilhersteller folgten dem Beispiel. Binnen weniger Jahre wechselte im ganzen Land das Steuerrad die Seiten. Innovation: Das war die Devise des Vaters der Marke Audi. 1904 gründete er in Zwickau die A. Horch & Cie. Motorwagenwerke AG. Fünf Jahre später zwangen ihn Differenzen mit der kaufmännischen Leitung, den eigenen Betrieb zu verlassen. Binnen Wochenfrist wagte er ganz in der Nähe den Neuanfang. Allerdings legte die alte Firma gleich ein Veto ein, weil das neue Unternehmen ebenfalls den Namen August Horch im Titel führte. So wurde aus Horch die lateinische Übersetzung Audi und aus Zwickau die Heimat gleich zweier ehemals führender Automobilhersteller. Heute hat hier die Volkswagen Sachsen GmbH ihren Sitz. Ihre Produktionszahlen an Fahrzeugen und Motoren gehen schon jetzt in die Millionen. In der Zwischenzeit ist viel passiert. Pioniertaten made in Zwickau verhalfen der Geschichte der Kraftfahrzeugtechnik zu entscheidenden Durchbrüchen. Neben der Linkslenkung gehörten dazu etwa die Einführung des Kardanantriebs oder der hydraulischen Vierradbremse. 1932 schlossen sich die bis dahin unabhängigen Unternehmen Audi, Horch, DKW und Wanderer zur Auto Union AG zusammen, dem damals zweitgrößten Automobilkonzern Deutschlands. Das Symbol der vier Ringe entstand und wurde nach der Zerschlagung der Auto Union im Gefolge des II. Weltkriegs zum Signet der westdeutschen Marke Audi. Die DDR gründet den VEB Sachsenring Automobilwerke Zwickau. Produziert wird in den alten Fertigungshallen von Audi und Horch. 1957 läuft hier der erste Trabant vom Band. Drei Millionen weitere sollten bis zur deutschen Wiedervereinigung folgen. Kurz zuvor, im Mai 1990, geht im Keller einer Montagehalle aus der Gründerzeit der Audiwerke eine erste kleine Automobilausstellung an die Öffentlichkeit. Dank einer großzügigen Spende der Audi AG konnte sie in einem ersten Bauabschnitt (2002 – 2004) grundlegend neu gestaltet und 2014 – 2017 auf ihren heutigen Umfang erweitert werden.

Empfohlene Aufenthaltsdauer:3 Stunden
Dauer einer geführten Tour:120 Minuten
Eintritt:kostenpflichtig
Barrierefreier Zugang:vollständig
Angebote für Kinder:
Gastronomie:
Besucherzentrum beim Objekt:ja
Museumsshop:ja

Dienstag bis Sonntag 09.30-17.00 Uhr

  • Führungen möglich
  • Fremdsprachliche Führungen
  • Führungen für Kinder

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