Abenteuer Erzberg

Das größte Taxi der Welt ist hoch wie ein Haus, heißt Hauly und hat 860 PS. Der umgebaute Schwerlastkraftwagen fährt Besucher durch den gewaltigsten Tagebau Mitteleuropas. Wie eine riesige Stufenpyramide steigt die Erzgrube aus dem Tal des steirischen Städtchens Eisenerz auf, umgeben von majestätischen Alpengipfeln. Für die Schönheit der Natur haben Haulys Passagiere aber kaum Augen. Sie sind ganz und gar damit beschäftigt, den schweren Radladern und LKW zuzuschauen, die mit heulenden Motoren Tonnen von Geröll wegschaffen. Immer donnerstags können Besucher sogar live dabei sein, wenn eine Sprengung bis zu 70.000 Tonnen Gestein aus der Bergflanke löst. Für die Unterwelt ist das "Katl" zuständig, ein ehemaliger Mannschaftszug. Er fährt Abenteuerlustige eineinhalb Kilometer in das Stollenlabyrinth des Erzberges hinein. Auch dort wurde einst Eisenerz abgebaut, wie ein 800 Meter langer Rundweg eindrucksvoll zeigt. Eine audiovisuelle Zeitreise führt in die frühesten Erdzeitalter und erklärt, wie das örtliche Erzlager entstanden ist. Wer die Sprengung über Tage nicht miterleben konnte, kann dies hier nachholen – in einer täuschend echten Simulation mit Blitz, Donner und Pulverdampf.

Geschichte

Die Bilanz ist gewaltig: 11 Millionen Tonnen Gestein – davon 2,7 Millionen Tonnen Eisenerz - werden am Erzberg jährlich abgebaut. Um das zu erreichen, kommen rund 1.000 Tonnen Sprengstoff zum Einsatz, verfüllt in 80.000 Bohrmetern. Als der Erzabbau hier vor mehr als 1.300 Jahren begann, konnte niemand ahnen, dass sich diese Lagerstätte einmal zur Wiege der österreichischen Industrie entwickeln würde.

Den Anfang der Erzförderung machte, wie andernorts auch, der Pingenbau. Pingen sind flache Gruben, aus denen die weichen Verwitterungserze relativ leicht herausgekratzt werden konnten. Bald folgten Stollen den Erzadern in die Tiefe und begründeten die örtliche Bergbautradition. Aber auch über Tage rückte man dem Erz weiterhin zuleibe, mit Fäustel, Bergeisen, Handbohrer und Sprengstoff. Ab 1906 durchlöcherten mit Pressluft betriebene Stoßbohrmaschinen den Fels, 1930 gefolgt von ersten Versuchen mit Bohrkränen. Heute übernehmen diese Arbeit selbstfahrende hydraulische Bohrgeräte, die eine Bohrleistung von bis zu 50 Metern pro Stunde erzielen. Fünf Radlader und 13 Schwerlastkraftwagen räumen auf den insgesamt 30 Stufen des Tagebaus – jede von ihnen misst 24 Höhenmeter – das weggesprengte Geröll ab und bringen es zu den Brech- und Siebanlagen. Dabei können die 800 PS starken Radlader mit einer einzigen Schaufelbewegung 25 Tonnen Gestein verladen.

Der Erzberg ist der größte Tagebau Mitteleuropas und die bedeutendste Erzlagerstätte der Alpen. 220 Mitarbeiter beliefern die Hüttenwerke Linz und Donawitz mit 6.000 Tonnen Erz täglich. Seit 1993 – damals wurde ein ausgemusterter Schwerlastkraftwagen zum Sightseeing-Fahrzeug umgebaut - besteht die Chance, den Erzabbau aus nächster Nähe zu erleben. 1996 kam ein zweiter Besucher-Truck dazu. Ein Schaubergwerk illustriert mit Grubenbahn, Rundgang und audiovisuellen Stationen den 1986 eingestellten Betrieb untertage. Auch unter Offroad-Fans hat sich der Erzberg einen Namen gemacht – als jährlicher Veranstaltungsort des Motorradrennens "Erzbergrodeo".

Empfohlene Aufenthaltsdauer:3 Stunden
Dauer einer geführten Tour:Mine 90; Truck 60 Minuten
Eintritt:kostenpflichtig
Barrierefreier Zugang:nicht möglich
Angebote für Kinder:
Gastronomie:
Besucherzentrum beim Objekt:ja
Museumsshop:ja

Mai bis Oktober:
täglich; Führungen/Fahrten 10.00-15.00 Uhr

  • Nur mit Führungen
  • Fremdsprachliche Führungen
  • Führungen für Kinder

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