Museum der Spitze und Mode

Spitze aus Calais ist Weltspitze - seit 200 Jahren. Sie schmückt Abendkleider, Handschuhe und immer wieder edle Dessous, ob von Jean-Paul Gaultier, Pierre Cardin oder Chantal Thomass. Letztere ist zugleich Schirmherrin des Museums der Spitze und Mode in Calais. Die historische Weberei und Klöppelfabrik, in der das Museum residiert, prunkt seit ihrer Eröffnung 2009 mit einem futuristisch wirkenden Erweiterungsbau, dessen gewölbte Glasfassade in einer Art Siebdruck Lochstreifen für Jacquardwebstühle nachahmt - jene Technologie, die Calais im 19. Jahrhundert groß machte und die die maschinelle Spitzenproduktion revolutionierte. Das spannungsreiche architektonische Ensemble des Gebäudes versinnbildlicht den Anspruch, nicht nur Industriemuseum, sondern auch Schaufenster zeitgenössischer Modetrends zu sein. Den Besucher erwartet ein 3.000 Quadratmeter großer Komplex mit funktionstüchtigen historischen Webmaschinen, einer beeindruckenden Kollektion an Spitzenmode des 16.-21. Jahrhunderts sowie die Darstellung topmoderner Fertigungsmethoden. Darüber hinaus bietet das Museum Platz für Sonderausstellungen, ein Dokumentationszentrum, einen Saal für Modenschauen und Räume für Mode-Workshops.

Bitte akzeptieren sie die Cookies um Karten nutzen zu können

Museum der Spitze und Mode
Cité de la dentelle et de la mode
135 quai du Commerce
62 100 Calais
Nord-Pas de Calais
Frankreich
+33 (0) 32100 - 4230
Homepage

Geschichte

Es waren Männer, die sich zuerst mit hauchzarter Spitze schmückten, die in kunstvoller Handarbeit genäht, geklöppelt oder auch gewirkt wurde. Nach Calais kam das Luxusprodukt erst, als es längst weibliche Formen ver- bzw. enthüllte. Damals, im frühen 19. Jahrhundert, verlangte die gestiegene Nachfrage nach effizienteren Herstellungsmethoden. Im englischen Nottingham entstanden daraufhin Maschinen, die zwar noch keine Spitze, aber doch Tüll produzierten - sehr zum Verdruss der Nottinghamer Spitzenklöppler, die um ihr handwerkliches Einkommen fürchteten und deshalb dafür sorgten, dass die neue Technologie außer Landes geschafft wurde. Erste Anlaufstelle war Calais gleich gegenüber der englischen Kanalküste.

Seit 1816 entwickelte sich die Stadt zum Mittelpunkt der französischen Spitzenindustrie. Wesentlich dafür war die Ergänzung der englischen Webmaschinen durch den in Lyon erfundenen, per Lochstreifen gesteuerten Jaquard-Musterwebstuhl. Um die Wende zum 20. Jahrhundert gab es in Calais über 300 Spitzenfabriken mit rund 40.000 Beschäftigten. Sie stillten einen wahren Heißhunger nach Tüll und Spitze, ihre Produkte fanden reißenden Absatz für Festtagskleidung, Brautmode und Unterwäsche. Spitze aus Calais erlangte Weltruhm und entwickelte einen ganz eigenen Motivschatz, der bis heute Trends in der Haute Couture setzt und namhafte Designer inspiriert. Nahezu 80 Prozent der aktuellen Produktion gehen in den Export. Dieser herausragenden Bedeutung trägt das Internationale Zentrum der Spitze und Mode selbstbewusst Rechnung.

Bereits 1841 kam in Calais die Idee eines Industriemuseums auf, das dann jedoch lange keinen festen Platz erhielt und dessen Sammlung zuletzt in einem Museum der schönen Künste und der Spitze gezeigt wurde. Der heutige Standort geht allein schon durch seine großzügige inhaltliche Konzeption - die Verbindung von Vergangenheit und Zukunft - weit über gängige Museumsvorstellungen hinaus. Kongenialen Ausdruck findet dies in dem spektakulären Erweiterungsbau der Pariser Architekten Alain Moatti und Henri Riviere.

Empfohlene Aufenthaltsdauer:1,5 Stunden
Dauer einer geführten Tour:90 Minuten
Eintritt:kostenpflichtig
Barrierefreier Zugang:bitte Hinweise auf Webseite beachten
Angebote für Kinder:
Gastronomie:
Museumsshop:ja

April bis Oktober:
Mittwoch - Montag 10.00-18.00 Uhr
November bis März:
Mittwoch - Montag 10.00-17.00 Uhr

  • Führungen möglich
  • Fremdsprachliche Führungen
  • Führungen für Kinder