Katalonisches Wissenschafts- und Industriemuseum

161 muschelförmige Halbgewölbe, Reihe um Reihe, mit geschwungenen Fensteröffnungen wie stilisierte Wellenkämme: Das auffälligste Merkmal des Vapor Aymerich, Amat i Jover in Terrassa bei Barcelona ist zweifellos die einzigartige Dachkonstruktion. Überhaupt sieht das Gebäude, 1909 nach Entwürfen des katalanischen Architekten Lluís Muncunill fertig gestellt, auf den ersten Blick so gar nicht einer Tuchfabrik ähnlich. Ganz anders der Eindruck im Inneren: Dort logiert das Katalanische Wissenschafts- und Industriemuseum und empfängt seine Besucher mit einer Vielzahl historischer Textilmaschinen. Die Energie lieferte eine gewaltige horizontale Dampfmaschine, die ebenfalls noch an Ort und Stelle steht. Doch das ist nur ein Teil des Ausstellungsprogramms. Ziel des Museums ist es, einen umfassenden Überblick über Kataloniens Wissenschafts- und Technikgeschichte zu geben und zugleich den Prozess der Industrialisierung nachzuzeichnen – mit all seinen sozialen und kulturellen Folgen. Das Ergebnis ist ein ebenso breit angelegtes wie vielfältiges Panorama der Region, das von der so genannten neolithischen Revolution über Wasserräder, Elektrizität und Turbinenantrieb bis zum modernen Solarfahrzeug reicht.

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Katalonisches Wissenschafts- und Industriemuseum
Museu nacional de la Ciéncia i de la Tècnica de Catalunya (mNACTEC)
Rambla d’Ègara 270
08221 Terrassa
Catalunya
Spanien
+34 (0) 93 - 7368966
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Geschichte

Allein die Begriffswahl spricht Bände. Vapor, das bedeutet eigentlich Dampf. Katalanen verstehen darunter aber auch eine Tuchfabrik. Warum? Weil Dampfmaschine und Textilindustrie für sie einmal wie selbstverständlich zusammengehörten.

Katalonien war eine der ersten industrialisierten Regionen Europas. Das hier besonders traditionsreiche Textilgewerbe reicht sogar bis ins Mittelalter zurück. Kein Wunder also, dass Barcelona im späteren 18. Jahrhundert vorübergehend zum europaweit führenden Hersteller bedruckter Baumwolltextilien aufstieg. Auch im benachbarten Terrassa entwickelte sich früh eine zunehmend spezialisierte Textilindustrie. Wachstum und Wohlstand äußerten sich dort in einer repräsentativen Architektur, die die Formensprache des Art Nouveau mit eigenständigen Elementen anreicherte. Bedeutendster Vertreter dieser Stilrichtung war der Architekt Lluís Muncunill, der auch zahlreiche Industriebauten schuf. Sein Vapor Aymerich, Amat i Jover gilt gar als eines der herausragenden Beispiele europäischer Industriearchitektur. Eine besonders individuelle Lösung fand er für das klassische Sheddach, dessen sägezahnartige Form er in weiche Konturen übersetzte. Die 300 gusseisernen Säulen, auf denen die Dachkonstruktion ruht, haben neben ihrer statischen Funktion noch zwei weitere Aufgaben: Sie stützen die Gelenkwellen, die einst die Antriebskraft der Dampfmaschine übertrugen, und dienen zugleich als Abflussrohre für das Regenwasser. Unmittelbar an die Fabrikhalle angeschlossen sind die Verwaltungsräume und das Kesselhaus mit Dampfmaschine und Kohlenlager. Der Museumsrundgang veranschaulicht den gesamten Prozess der Textilherstellung und -veredelung anhand von Originalmaschinen. Weitere Schwerpunkte liegen auf den Themen Energie, Transport und Verkehr. Auch den vorindustriellen Technologien widmet die Ausstellung einen eigenen Abschnitt. Das Museum ist zentraler Bestandteil eines Netzwerks aus mittlerweile 25 weiteren Industriedenkmälern der Region.

Empfohlene Aufenthaltsdauer:3 Stunden
Dauer einer geführten Tour:1 Minuten
Eintritt:kostenpflichtig
Barrierefreier Zugang:vollständig
Angebote für Kinder:
Gastronomie:
Museumsshop:ja

September bis Juni:
Dienstag - Freitag 10.00-19.00 Uhr
Samstag, Sonntag 10.00-14.30 Uhr
Juli bis August:
Dienstag - Sonntag 10.00-14.30 Uhr

  • Führungen möglich
  • Fremdsprachliche Führungen
  • Führungen für Kinder